Big Apple und ein großer Preis

Indersdorf - Ein Museum ehrenamtlich führen, dazu gehört viel Organisationstalent und Engagement. Doch der Heimatverein Indersdorf hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es geht. Der Lohn dafür im vergangen Jahr: eine Reise nach New York und der bayerische Museumspreis.

Kulturell gesehen sind der Heimatverein und das Augustiner-Chorherren-Museum eine Instituion in der Marktgemeinde geworden: Das ehrenamtlich geführte Museum des Heimatvereins veranstaltet unter dem Namen „Theatrum Augustinum“ historisches Papiertheater, einen jährlichen Büchermarkt mit rund 20 000 gebrauchten Exemplaren, Volksmusikabende oder Ausstellungen mit Indersdorf-Bezug in ihrem Museum neben dem Kloster.

Ein unbestrittener Höhepunkt für den Heimatverein im vergangenen Jahr: die Wanderausstellung „Live After Survival“ von Historikerin Anna Andlauer im UNO-Hauptquartier in New York (wir berichteten). Dabei arbeitete Anna Andlauer die Geschichte des UN-Kinderheims im Kloster Indersdorf auf. Dort verarbeiteten viele junge Holocaust-Überlebende die Gräuel, die sie in den Konzentrationslagern erlebt hatten.

Ab April dieses Jahres wird die Ausstellung auch im Barocksaal des Klosters zu sehen sein, sagte Anna Andlauer bei der Jahresversammlung des Heimatvereins. Die vielen Zeitzeugen des Kinderheims in New York kennenzulernen war etwas sehr Besonderes für sie: „Es war einfach schön zu sehen, dass es Menschen gibt, die dankbar dafür sind, für das, was in Indersdorf für sie getan wurde.“

Außerdem zeigte Vorsitzender Anton Wagatha bei der Jahresversammlung Fotos von der Indersdorfer Delegation im Big Apple: „New York war ein Highlight in diesem Jahr. Das war schon etwas Besonderes, als wir im Konferenzraum der UN gesessen sind, so schnell kommen wir da wahrscheinlich nicht mehr rein“, grinste er. Bisher sind bereits einige Informationen zum Indersdorfer UN-Kinderheim auf der ersten Etage des Museums aufbereitet.

Ein weiterer Höhepunkt für den Heimatverein war im vergangenen Jahr die Auszeichnung mit dem bayerischen Museumspreis in der Kategorie „Ehrenamtlich geführte Museen“.

Nachdem Josef Berghammer und Anton Wagatha den Heimatverein 1995 gründeten, hat er sich enorm weiterentwickelt: „Es ist schon Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie viel Potenzial in den Ehrenamtlichen steckt“, so Kassenführerin Heidi Gärtner. Sie ist seit vergangenem Jahr im Amt und erklärte: „Mir war nicht bewusst, dass ich die Kasse eines Unternehmens übernehme.“ Denn es gehöre allerlei dazu: Führungen und Eintritte des Museums bilanzieren, Kosten für den behindertengerechten Umbau versteuern oder den Lohn für Aushilfen an der Eintrittskasse abrechnen.

Dass Heidi Gärtner ihren Job verantwortungsvoll erledigte, bestätigten bei den Neuwahlen auch die Mitglieder. Sie wählten sie erneut zur Kassenprüferin. Daneben blieben Anton Wagatha Vorsitzender, Willy Lamm zweiter Vorsitzender und Sandra Wildgruber Schriftführerin.

Damit sich das Augustiner-Chorherren-Museum weiter finanzieren kann, sucht der Heimatverein stets nach neuen Ehrenamtlichen, die zum Beispiel den Dienst an der Eintrittskasse oder Führungen durch das Museum übernehmen wollen. Wer Interesse hat, kann sich bei Willy Lamm per E-Mail an lamm.willi@gmx.de oder per Telefon unter 0 81 36/88 40 melden.

Anna Schwarz

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