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Beate Geiger-Udod freute sich, im Weichser Moos ein Wiesenkopf-Kraut entdeckt zu haben.

Exkursion ins Weichser Moos

Zustand der Artenvielfalt "katastrophal"

Bei einer Exkursion ins Weichser Moos hat Johann Hiller vom Landschaftspflegeverband Kritik geübt: Unter anderem nannte er den Zustand der Artenvielfalt „katastrophal“.

Das Weichser Moos gehört zu den Gebieten von „Natura 2000“ , einem europaweiten Biotopverbundnetz. Für all diese Gebiete wird nun ein Managementplan erstellt – mit dem Ziel: die Erhaltung des Naturerbes Bayerns. Bei der Auftaktveranstaltung in Weichs sind betroffene Grundeigentümer, Vertreter der Gemeinden, Träger öffentlicher Belange und Verbände von der Regierung , der Unteren Naturschutzbehörde, dem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erstmals umfassend informiert worden. Zunächst im Feuerwehrhaus, dann bei einer Exkursion. Bei der Exkursion im Moos gab es auch kritische Stimmen zum Zustand des Gebietes.

Johann Hiller, der stellvertretende Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes Dachau, monierte, dass von landwirtschaftlichen Anrainern des Gebietes oft Maßnahmen gegen den Biber ergriffen werden, die wiederum der Bewässerung des Mooses schaden. Ein Dorn im Auge sind ihm auch die vielen Weiden, die zu einer starken Verbuschung führen, die wiederum den Lebensraum von bestimmten Tier- und Pflanzenarten stark einschränken. Er findet den Zustand fast schon katastrophal, was die Artenvielfalt gegenüber früher betrifft. Troll- oder Schlüsselblumen, um nur einige zu nennen, hat er hier schon lange nicht mehr gesehen, seit fast zwei Jahren auch kein Blaukehlchen mehr. Er regte an, die Pflegemaßnahmen, insbesondere das Mähen, zu überdenken.

Auch wenn jetzt vieles noch nicht blüht, konnten sich die Exkursionsteilnehmer durchaus ein Bild von manchen Missständen machen. Umso erfreulicher war es für manche, dass man auf einer Pfeifengraswiese doch einige Gras- und Pflanzarten entdeckte, die hier manche vielleicht gar nicht mehr erwartet hätten.

Zwei Fachleute stellten Lebensraumtypen und Arten im Offenland und im Wald dar. Auf die Frage von Petra Hoch-Dosch, der Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe Weichs, was wäre, wenn man etwa 100 Jahre lang hier gar nichts mehr machen würde, bekam sie als Antwort: Dann würden die Weiden und vieles andere verschwinden und ein Roterlenwald entstehen.

Soweit wird es aber sicher nicht kommen. Die Kartierung zur Erarbeitung des Managementplanes soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Heinz Nefzger

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