Von Weibsbildern für Weibsbilder: Der Verein artTextil präsentiert aktuell im Wasserturm handgearbeitete Kunstwerke. Foto: mik

Die bunte Welt der textilen Kunst

ArtTextil stellt unter dem Thema „Weibsbilder“ im Wasserturm aus 

Der Handarbeitsverein artTextil stellt derzeit im Wasserturm humorvolle, textile Kunstwerke aus. Die Botschaft: „Weibsbilder“ sind unterschiedlich – und begeisternd!

Dachau – Sie ratschen viel, sie hören lieber auf ihr Bauchgefühl, haben nie was anzuziehen, gehen stehts zu zweit aufs Klo – über Frauen gibt es viele Klischees. „Wir sind Frauen, und wir dürfen uns über uns lustig machen, uns kritisch begutachten und mit uns schimpfen“, sagte Annemarie Pattis bei der Begrüßung ihrer Gäste vor dem Wasserturm. Die Vorsitzende von artTextil eröffnete die aktuelle Ausstellung „Weibsbilder“ vor über 100 Zuhörern.

Der Handarbeitsverein stellt erneut seine textilen, humorvollen Kunstwerke aus und schafft darin zusammen mit Blumenarrangements vom Garten bis zum vierten Stock eine bunte Welt.

Bereits auf den Stufen nach oben begleiten den Besucher rechteckige Stoffe, aufgehängt an einen Kleiderbügel. „Frauen, die mich begeistern“ lautete das Thema, zu dem viele Vereinsmitglieder ein Stück Stoff gestalteten. Künstlerinnen wie Frida Kahlo oder Niki de Saint Phalle, die mit ihren üppigen Nanas bekannt wurde, oder Schriftstellerinnen wie Astrid Lindgren wurden mit Stoff und Faden vorgestellt. „So unterschiedlich diese Frauen sind, so verschieden sind auch die Techniken, die sie im Turm zu sehen bekommen“, versprach Pattis.

Es wurde im Verein fleißig genäht, geklöppelt, gestickt, gewebt, gestrickt und gehäkelt mit den verschiedensten Materialien. Puppen, Kleidung und vor allem Bilder gemalt mit Nadel und Faden sind auf den vier Stockwerken verteilt. Im Dachgeschoss zeigen die Künstlerinnen Eva Wöhrl, Gonhild Murmann und Gabi Fischer ihre bunten Quiltdecken. Murmann beschäftigt sich vor allem mit den Erwartungen an die Frau, „Ruheinseln“, „Männer schauen auf...“ und „90, 60, 90“ heißen ihre Werke. Fischer geht auf die Rollenklischees und die verschiedenen Frauentypen ein und nennt ihre bunten Decken „Krone“, „Küche“, oder „Kirche“. Wöhrl dagegen benutzt Frauennamen, die an Blumen angelehnt sind, als Motiv. Auf ihren Decken sind beispielsweise die Blumen „Margerite“, „Rose“, oder „Iris“ sowie ein Frauenumriss zu sehen.

Annemarie Pattis appellierte an die Besucher, sehr viele Schminktäschchen und vor allem Spülis, also Spüllappen, zu kaufen, da der Erlös in diesem Jahr an das Frauenhaus Dachau geht. Wie sich zeigte, braucht dieses das Geld anscheinend dringend. Sabine Zarusky vom Frauenhaus stellte den Gästen das Frauenhaus in einem kurzen Bericht vor und konfrontierte sie mit diesen Zahlen: „Jede vierte Frau in Deutschland ist einmal in ihrem Leben von häuslicher Gewalt betroffen. 2017 hatten wir Anfragen von 173 Frauen. Wir konnten jedoch nur zwölf Frauen und ihren Kindern Schutz bieten.“

So wühlten immer wieder Besucher im zweiten Stock durch die Auswahl der Spülis, um ihre Lieblingsfarbe zu finden. Zarusky hat vor, mit den aktuellen Bewohnerinnen des Frauenhauses und deren Kindern ebenfalls einmal die Ausstellung zu besuchen. Denn: „Die Werke sind sehr anregend und kreativ, sie zeigen Power und sind Leitbilder für die Frauen!“

Die Ausstellung

„Weibsbilder“ im Wasserturm am Dr.-Gerhard-Hanke-Weg 19 ist noch bis Sonntag, 1. Juli, von Donnerstag bis Sonntag jeweils 11 bis 18 Uhr geöffnet. Montag und Mittwoch ist die Schau geschlossen. An einigen Tagen gibt es noch ein Begleitprogramm, etwa einen Mädchentag. Weitere Informationen findet man auch online unter www.arttextil.de.

Miriam Kohr

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