Gemeinderat Erdweg lehnt Haus-Umbau ab

Arztpraxis nicht möglich

Zu eng und nicht praktikabel – so wertete der Gemeinderat Erdweg den Antrag auf Nutzungsänderung einer Doppelhaushälfte in der Bürgermeister-Rothenfußer-Straße in Kleinberghofen.

Erdweg – Die Bauwerberin wollte eine Zweizimmerwohnung im Obergeschoss und eine Arztpraxis im Erdgeschoss einrichten. Für die Nutzungsänderung hatte der Bauträger – entgegen der eingereichten Pläne – bereits Fakten geschaffen.

Insgesamt müssen für die beiden Doppelhaushälften fünf Stellplätze zur Verfügung stehen. Allein für die „umgewandelte“ Hälfte drei: zwei für die Wohneinheit, eine für die Praxis. Diese sollen als Längsparkplätze an der östlichen Grundstücksgrenze mit je 2,3 Metern Breite und je 5,5 Metern Länge erstellt werden. „Völlig unmöglich“, erklärte Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt. Zum Rein- und Rausfahren sei gar nicht so viel Platz vorhanden. Baurechtlich überprüft werde, ob überhaupt vier Stellplätze für die beiden Wohneinheiten (Haus 1 und 2) real möglich sind.

Als weiteres Hindernis nannte Blatt die zusätzliche Nutzung als Praxis in einem Wohngebiet. Das widerspreche der städtebaulichen Zielsetzung des Bebauungsplans.

Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt und ans Landratsamt zur baurechtlichen Genehmigung weitergeleitet.

Die Bürgermeister-Rothenfußer-Straße und hier das gleiche Areal, stand aber noch einmal auf der Tagesordnung. Denn beim bereits erfolgten Bau von zwei Doppelhaushälften mit Parkliften für je zwei Fahrzeuge hat der Bauträger ebenfalls gegen den Bebauungsplan verstoßen, indem er Baugrenzen an der Südseite überschritten hat. Deshalb musste der Verwaltung ein Tekturantrag nachgereicht werden.

Durch die Überschreitung werde erneut die städtebauliche Zielvorstellung der Gemeinde Erdweg nicht eingehalten, hieß es in der Empfehlung des vorberatenden Bauausschusses. Dieser Einschätzung schloss sich der Gemeinderat mit einer Gegenstimme an. Auch in diesem Fall muss das Landratsamt entscheiden.  

Sabine Schäfer

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