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Infos aus erster Hand (von links): Landrat Stefan Löwl, Norbert Klose (stehend), Brigitte Detering, Bürgermeister Simon Landmann und ehrenamtliche Helfer.

„Wir wissen, was wir am Landratsamt haben“

Infos aus erster Hand

Bergkirchen - Aus erster Hand gab es für die Asyl-Helferkreise im Landkreis Informationen zu Themen, die den Ehrenamtlichen auf den Nägeln brennen.

Bei einem Informationsabend im Gasthof Groß in Bergkirchen hatten die rund 60 anwesenden Mitglieder der Asyl-Helferkreise aus dem Landkreis Dachau Gelegenheit, den anwesenden Referenten Fragen zu stellen zu den Themen, die ihnen als Ehrenamtliche unter den Nägeln brennen. Dazu gehörten die erforderlichen Kriterien, die Abschiebung und Rückführung von Flüchtlingen bedingen.

Über die aufwändigen Verfahren, bis beispielsweise der Bescheid zur Abschiebung erfolgt ist und der Flüchtling die Auflage erhalten hat, sich innerhalb von vier Wochen um einen Pass zu bemühen, informierte der zuständige Mitarbeiter des Landratsamtes Dachau, Alexander Dallmayr. „Wir leiten die Abschiebung ein, aber in welches Land abgeschoben wird, entscheidet das Innenministerium“, erklärte er. Auf Nachfrage hieß es, dass es 2015 im Landkreis zu rund zehn Abschiebungen kam.

Im Hinblick auf die ärztliche Versorgung und das Ausstellen von Krankenscheinen für Flüchtlinge „auf Vorsprache“ stellte sich Brigitte Detering als zuständige Sachbearbeiterin wegen des „umständlichen und nicht mehr zeitgemäßen Verfahrens“ der Kritik. Sie räumte ein: „Wir sind dabei, Verbesserungen zu finden“. Ende Februar werde es ein Treffen mit der Ärzteschaft geben.

„Weil es im Gesetz so gehandhabt wird“, gebe es wie im Fall der zu erfüllenden Voraussetzungen für die Gesundheitskarte keinen Spielraum. Auf den Hinweis einer Helferin, „dass es in Dachau Ärzte gibt, die keine Asylbewerber annehmen“, bat Detering darum, gegebenenfalls im Landratsamt anzurufen.

Als Landrat Stefan Löwl dann eintraf, stellte er sich sogleich hinter seine Mitarbeiter, denn: „Wir gehen auf dem Zahnfleisch“. Er sei deshalb dankbar, „dass Sie uns und den Flüchtlingen helfen. Und lassen Sie es uns gemeinsam schaffen“.

Bis zum Sommer kündigte er zur Bewältigung der Aufgaben „strikte Standardisierungen“ an. „Wir wollen für jedes Produkt ein Ablaufschema schaffen, das eingehalten werden muss“. Das bedeutet beispielsweise, dass nicht wie bisher jeden Tag Bargeld ausgezahlt wird.

Kritik übte er an „einigen Personen aus den Helferkreisen“ wegen ihrer Vorgehensweise in einigen konkreten Fällen: „Ich schätze Ihre Arbeit, bitte aber um gegenseitiges Verständnis“.

Bei Fehlverhalten „einer absoluten Minderheit“ unter den Flüchtlingen werde es Sanktionen geben. „Von den derzeit 1944 Personen sind gefühlte 20 problematisch, die stören, drohen, gewalttätig werden“.

Zur Gerüchteküche sagte er, dass er sich über die Bereitschaft der Menschen wundere, was sie glaubten. Er sei jedem Gerücht nachgegangen und keines habe sich bewahrheitet. Mit konkreten Angaben, etwa wenn Bürger sich belästigt fühlen, können sie sich telefonisch an den neuen Sicherheitsbeauftragten Norbert Klose wenden, der sich in der Versammlung vorstellte. Er arbeitete 43 Jahre im Polizeidienst – bei der Kripo und der Ausländerpolizei – und sieht sich als Bindeglied zwischen den Helferkreisen, den Gemeinden, der Polizei und dem Landratsamt. Zur weiteren Unterstützung wird nach Aussage von Löwl demnächst noch ein technischer Kümmerer eingestellt.

Neben den vorgetragenen Wünschen und Verbesserungsvorschlägen war auch Lob und Applaus aus dem Kreis der Helfer zu hören: „Wir wissen, was wir am Landratsamt haben, weil es hier besser funktioniert als anderswo“.

ink

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