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Unterricht in Günding mit Svenja Hirschmann und ihren Schülern aus Afghanistan und Pakistan.

Glücklich, wer deutsch lernen darf

Unterricht für Flüchtlinge

Bergkirchen – Glücklich können sich die Flüchtlinge schätzen, die einen Platz in einem der drei vom Helferkreis organisierten Sprachkurse in Bergkirchen erhalten haben.

Es handelt sich um junge Männer aus verschiedenen afrikanischen Staaten sowie aus Afghanistan und Pakistan.

Im Anbau des Gündinger Bauhofs unterrichten die deutsche Sprache, unter Zuhilfenahme des Englischen: Svenja Hirschmann, Studentin für Deutsch und Erdkunde, und Christiane Riedl, Sprecherin des Sprachkurs-Helferkreises. Riedl verfügt über viel Erfahrung, weil sie jahrelang den Sprachbereich einer Volkshochschule geleitet und auch selbst unterrichtet hat. „Today the numbers – page 11“ („heute die Zahlen – Seite 11“), so kündigt Svenja Hirschmann den Unterrichtsstoff des Tages an. Alle Zahlen von 1 bis 100 spricht jeder der aufmerksamen Schüler einzeln nach.

„Es läuft alles sehr gut“, kommentiert Christiane Riedl und freut sich, dass „die Teilnehmer seit Kursbeginn regelmäßig, pünktlich und motiviert dabei sind“. Derzeit sei kein Kursende definiert, und geplant sei, nach den Osterferien noch ein bis zwei weitere Kurse starten zu lassen.

Der Helferkreis würde es sehr begrüßen, wenn weitere neue Helfer zur Unterstützung hinzukämen. In einer Fragebogenaktion ist der Bildungstand der Flüchtlinge aus der Gada-Traglufthalle ermittelt worden, um die Zuteilung vorzunehmen. Voraussetzung für die laufenden Kurse war, dass die Teilnehmer über Englischkenntnisse und eine gute schulische Vorbildung verfügen und bereits die lateinische Schrift sicher anwenden können.

Die Lernenden bekommen im Kurs regelmäßig Hausaufgaben, die sie in den Tagen zwischen den Unterrichtsterminen machen und die dann beim nächsten Kurstermin gemeinsam besprochen werden. Auf diese Weise kann im Unterricht etwas zügiger vorangegangen werden, und einige der Kursteilnehmer tragen ihr neu erlangtes Wissen sogar weiter zu ihren Mitbewohnern, die auf diese Weise auch profitieren können.

Außerdem sind aus dem Helferkreis einige Personen regelmäßig zweimal pro Woche vor Ort in der Traglufthalle, um aktiv die Deutschlernenden mit Selbstlernmaterial zu unterstützen. „Auch dieses Angebot wird immer sehr interessiert und regelmäßig wahrgenommen“, so Riedl.

Da alle in der Traglufthalle untergebrachten Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, dem Iran und Irak (Asylantragsteller mit positiver Bleibeprognose) das Anrecht auf Zulassung zu einem professionellen Integrationskurs haben, wurden für sie im Februar bereits die entsprechenden Anträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt. Die Bearbeitungszeit könne, wie es heißt, bis zu zwölf Wochen betragen. Nach Erhalt der positiven Bescheide können die Bewohner sich aktiv um einen freien Platz in einem solchen Integrationskurs bemühen.

„Leider sind diese Kurse jedoch aufgrund der hohen Nachfrage sowohl in Dachau als auch in München übervoll und es bestehen entsprechend lange Wartelisten“, bedauert Riedl. Ein nicht zu geringer Teil der Bewohner der Traglufthalle, so ergab die Befragung, hat bisher noch keine europäische Fremdsprache gelernt und kennt daher nur die Schrift des Herkunftslandes. Diese Bewohner brauchen daher dringend Hilfe, die lateinische Schrift sicher zu erlernen. „Wir hoffen stark, dafür in naher Zukunft ein entsprechendes Angebot machen zu können. Allerdings werden wir auf ehrenamtlicher Basis auch hier nur einen kleinen Teil des Bedarfs decken können. Es gibt sowohl für die so genannten Zweitschriftlerner als auch für komplett zu alphabetisierende Asylbewerber entsprechende professionelle Kurse. Allerdings ist aus unserer Sicht auch hier die Nachfrage weit größer als das aktuelle Angebot, und es wird schwierig sein, die Asylbewerber zumindest zeitnah in solche Kurse vermitteln zu können“, lautet die Prognose des Helferkreises.

ink

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