Wohnhaus für Flüchtlinge angemietet

Jetzendorf nimmt Flüchtlinge auf

Jetzendorf - Über kurz oder lang soll und will die Gemeinde Jetzendorf rund 60 Asylbewerber ein Obdach gewähren. Damit wäre die Quote erfüllt, die der Landkreis Pfaffenhofen festgelegt hat.

In Jetzendorf sind schon seit längerer Zeit 20 Asylbewerber in Wohncontainern am Bauhof untergebracht. Nun ist es dem Landratsamt Pfaffenhofen gelungen, auch in der Mittleren Prielstraße 6 im Ortsteil Priel ein Wohnhaus anzumieten. „Wieviel Asylbewerber hier untergebracht werden können und weitere Details sind uns noch nicht bekannt“, sagte Bürgermeister Manfred Betzin auf Nachfrage.

Vorab hat die Gemeinde das Landratsamt bereits gebeten, eine stufenweise Belegung der Unterkunft durchzuführen, um Anwohnern, Helferkreis und Asylbewerbern einen guten Start inmitten dieser Siedlung zu ermöglichen und bei eventuellen Problemen reagieren zu können. Der Bürgermeister hat außerdem darum gebeten, die Belegung mit Menschen aus einer Region, wie das auch in der Containerunterkunft der Fall ist, durchzuführen. So können nach Meinung Betzins Spannungen und Differenzen vermieden werden.

Die Gemeinde hat die Anwohner der Mittleren Prielstraße und die direkten Nachbarn bereits schriftlich informiert und will für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen. Betzin betont, dass die Unterbringung von Flüchtlingen auch für Jetzendorf eine große Herausforderung darstellt.

Im Landkreis Pfaffenhofen haben sich die Gemeinden darauf verständigt, jeweils rund zwei Prozent der Einwohner an Flüchtlingen aufzunehmen. In Jetzendorf würde diese Quote eine Aufnahme von 59 Asylbewerbern bedeuten.

Betzin unterstreicht, dass man gewillt sei, diese Quote in nächster Zeit zu erfüllen, eine Unterbringung darüber hinaus aber nicht machbar ist. „Die gebotene Pflicht zur Hilfeleistung darf die sozialen Strukturen und die eigenen Bürger nicht benachteiligen oder überlasten. Es kann nur sinnvoll geholfen werden, wenn die Anzahl der zu integrierenden Menschen ein gewisses Maß nicht übersteigt und man auch mittel- und langfristig in der Lage ist, alle Menschen in der Gemeinde gleichwertig zu betreuen und zu behandeln“, sagt Betzin.

Der Zuzug der Flüchtlinge bringe automatisch ein überdurchschnittliches Wachstum für die Gemeinden mit sich. „Wird dieses Wachstum beziehungsweise der Zuzug nicht begrenzt, werden die Belastungsgrenzen der Kommunen deutlich überschritten“, ist sich der CSU-Mann sicher.

Betzin: „Der Zustrom an Flüchtlingen muss – und das sofort und nachhaltig – begrenzt werden, da ansonsten eine Überlastung unvermeidlich ist. Die Betreuung von Flüchtlingen stützt sich überwiegend auf die Hilfe von ehrenamtlich Engagierten“. In Jetzendorf funktioniert diese Hilfe hervorragend, die Gemeinde sei den im Helferkreis engagierten Bürgern besonders dankbar, betont der Gemeindechef.

Betzin weiß, dass viele Ehrenamtliche in der Betreuungs- und Integrationsarbeit unzählige Stunden leisten. „Wird dieser Helferkreis aber durch immer mehr Flüchtlinge überbelastet, kann das Betreuungskonzept durch Ehrenamtliche nicht länger aufrechterhalten werden. Und dann stehen wir vor einem schier nicht mehr lösbaren Problem“, warnt der Bürgermeister mit Blickrichtung auf die große Politik.

ost

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