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Ein trauriger Anblick: Die neue Traglufthalle am Gewerbegebiet Gada bei Feldgeding liegt zwischen Autobahn, riesigen Gewerbehallen und Ackerland.

Keine Dauerlösung

Die nächste Traglufthalle

Dachau – Am Dienstagnachmittag wird die Traglufthalle im Gewerbegebiet Gada bei Feldgeding als weitere Unterkunft für Asylbewerber eingeweiht.

Damit soll sich die räumliche Situation bei der Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis Dachau weiter entspannen.

Für die Situation in der Dachauer Berufsschulturnhalle am Heinrich-Neumaier-Platz bringt das allerdings keine Verbesserung mit sich, in der es kurz vor dem Jahreswechsel zu massiven gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war. Denn im Gegensatz zu den Traglufthallen handelt es sich dort um eine Notaufnahmeeinrichtung.

Die Bewohner können, wenn es untereinander Probleme gibt, nicht so einfach in eine andere Einrichtung im Landkreis verlegt werden, wie Landrat Stefan Löwl betont. Denn sie sind dort ohnehin nur wenige Wochen, bevor sie einen festen Platz in einer anderen Einrichtung irgendwo in Bayern zugewiesen bekommen.

Insofern war die extrem kurzfristige, nächtliche Verlegung der rund 80 Personen aus der Berufsschulhalle in die Containeranlage in Weichs eine große Ausnahme. „Diese Entscheidung habe ich in der Nacht nach Rücksprache mit den Verantwortlichen vor Ort getroffen, vor allem, um die Kinder zu schützen“, erklärt Löwl auf Nachfrage.

Denn die Familien seien mittendrin gewesen, als es an der Essensausgabe zu Auseinandersetzungen gekommen war. „Die Security-Leute waren damit beschäftigt, die Familien mit ihren Kindern aus dem Brennpunkt zu holen, um sie zu schützen. Und dann war da noch ein Mann, der nach einem Zusammenbruch reanimiert werden musste. Wenn die Security und die Rettungskräfte nicht so beschäftigt gewesen wären, hätte der Streit wohl schon im Keim erstickt werden können,“ denkt der Landrat.

Deshalb und weil dort zufällig noch bis 11. Januar die Anlage leer gestanden wäre, seien die Familien noch in der Nacht nach Weichs gebracht worden. „Wir werden sie im Laufe der Woche aber wieder in die Berufsschulhalle zurückbringen müssen.“ Ende Januar werden die meisten dann weiterreisen in die ihnen zugewiesenen Unterkünfte.

Die Halle am Heinrich-Neumaier-Platz ist laut Löwl für maximal 320 Personen eingerichtet. Zum Zeitpunkt der Schlägerei war sie mit etwa 275 Flüchtlingen belegt.

Im Übrigen habe er die halbe Nacht telefoniert, bis er endlich den richtigen Ansprechpartner bei der Regierung von Oberbayern am Apparat hatte, um für die Verlegung des 33-jährigen Afghanen zu sorgen, der als Rädelsführer bei der Auseinandersetzung galt. „Der hat uns schon mehrmals Probleme gemacht“, weiß Löwl.

In die demnächst wieder frei werdenden Container in Weichs sollen dann überwiegend Flüchtlinge einziehen, die derzeit in Karlsfeld sowie in der ehemaligen Tennishalle in Indersdorf untergebracht sind. Und in die neue Traglufthalle in Gada werden als erstes ebenfalls Flüchtlinge aus Indersdorf verlegt, weil dort in der Tennishalle insbesondere wegen der sanitären Einrichtungen und des schlechten Raumklimas mit die schwierigsten Bedingungen im Landkreis herrschen.

„Doch uns ist allen klar, dass auch die Traglufthallen keine Dauerlösung bei den Flüchtlingen sind, allein schon wegen der Unterhaltskosten“, sagt Stefan Löwl. „Deshalb werden wir im neuen Jahr unsere Bemühungen für weitere Lösungen mit Containern und Anlagen in Holzständerbauweise verstärken.“ Bereits im März oder April soll hier etwas vorwärts gehen.

Dass Traglufthallen irgendwann auch mal wieder abgebaut werden können, das hängt aber natürlich davon ab, ob die Planungen des Landkreises nicht wieder von den Flüchtlingsströmen überholt werden. „Zumindest im Dezember sind die Zuweisungszahlen konstant geblieben“, erklärt der Landrat.

tor

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