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Die Asylbewerber-Idee ist wohl vom Tisch

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Hebertshausen - Monatelang war es Thema in Hebertshausen: Die Idee, Asylbewerber im ehemaligen Altenheim in Deutenhofen unterzubringen. Nun scheint die Idee aber vom Tisch zu sein.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Hebertshausen las Bürgermeister Michael Kreitmeir ein Schreiben von Landrat Hansjörg Christmann vor, bei dem es um die aktuelle Situation bezüglich des ehemaligen Altenheimes in Deutenhofen geht.

Und es gibt Neuigkeiten: Nun gibt es einen neuen Investor, der eventuell an dem Areal interessiert ist. Und zwar am gesamten Areal. Damit wäre die Idee, Asylanten in dem Gebäude unterzubringen, wieder vom Tisch. Dieser Interessent hatte sich auf eine Vermarktung der Immobilie durch die Sparkasse gemeldet. „Wir waren zusammen mit dem Interessenten vor Ort und haben uns das Gebäude angesehen“, sagt Gerhard Weber, Sprecher des Landratsamts Dachau. Nun müsse man abwarten. Innerhalb zwei Monaten soll eine Entscheidung fallen, erklärte Kreitmeir in der Sitzung. „Nachdem sich die Asylgeschichte nicht weiter verfestigt hat wäre der eventuelle Interessent eine gute Lösung. Eine Wohnbebauung soll dabei nicht stattfinden.“

Ob die Unterbringung der Asylanten im ehemaligen Schloss überhaupt sinnvoll wäre, stellt Weber generell in Frage. „Die ursprüngliche Idee hatte sich zerschlagen“, erklärt Weber. Diese ursprüngliche Idee war gewesen, dass das Franziskuswerk Schönbrunn den Bettenteil des ehemaligen Schlosses während der Umbauphase in Schönbrunn nutzen könnte, war ja bereits wieder vom Tisch. Denn das Franziskuswerk hatte wieder abgesagt (wir haben berichtet). „Deshalb stellt sich natürlich die Frage: Soll man das gesamte Areal mit 30 Asylbewerbern blockieren?“, betont Weber. Davon abgesehen habe sich die Lage in Sachen Asylbewerbern wieder entspannt: „Die Zuwanderung ist nicht nur spürbar, sondern deutlich zurückgegangen“, sagt Weber. „Besonders aus dem Kosovo.“ Da die Stadt Dachau sowieso neue Unterkünfte bauen wolle, in denen Asylbewerber unterkommen können, und die damit die Baracken an der Kufsteiner Straße ablösen können, sei es eventuell gar nicht mehr nötig, noch nach weiteren Unterkünften Ausschau zu halten. „Der Zustrom hat einfach abgenommen.“

In dem Schreiben heißt es, dass der Landkreis wird die Vermarktung vorerst weiterführen und dabei künftig auch die Vermietung der Immobilie als mögliche Option erwägt. Deshalb müsse man sich mit der Frage nach künftig denkbaren Nutzungsformen für das Gesamtareal zu befassen. Gemeinde und Landratsamt sollen sich dabei austauschen.

Außerdem wurde darin erklärt, dass nach Zustimmung durch die Kreisgremien das Erbbaurecht mit dem BRK-Kreisverband Dachau gegen Zahlung einer Entschädigung mit Wirkung vom 1. Januar aufgelöst wurde. Der Landkreis betreut die Immobilie seit dem 15. November 2012: Mindestens einmal pro Woche ist ein Hausmeister vor Ort, der sich um den ordnungsgemäßen Zustand des Gebäudes und der Außenanlagen kümmert.

(khr/np)

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