500 Asylbewerber kommen nach Karlsfeld

Karlsfeld - Auch Karlsfeld wird Flüchtlinge aufnehmen. Sehr bald und wesentlich mehr als ursprünglich gedacht. 500 sollen untergebracht werden - auf die Schnelle. Eine Riesenherausforderung für die ganze Gemeinde.

Die Gemeinde Karlsfeld muss in den kommenden Monaten rund 500 Asylbewerber aufnehmen. Das hat Bürgermeister Stefan Kolbe gestern gegenüber den Dachauer Nachrichten bestätigt.

Die ersten Flüchtlinge erwartet Kolbe Ende September, Anfang Oktober. Sie sollen in einer Traglufthalle untergebracht werden, die im Gewerbegebiet aufgestellt wird. Der genaue Standort steht noch nicht fest. Die Traglufthallen-Lösung gilt als Provisorium, mindestens ein Jahr aber werde die Halle stehen, so Kolbe.

Auf einem gemeindeeigenen Grundstück am Heizkraftwerk ist die zweite Flüchtlingsunterkunft vorgesehen. Die Unterkunft in Holzbauweise soll nun gebaut und Anfang 2016 von weiteren 200 Flüchtlingen bezogen werden.

„Meine Begeisterung hält sich in Grenzen“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe gestern. Diese Aussage des Karlsfelder Bürgermeister richtet sich natürlich keineswegs gegen die Menschen, die in seine Gemeinde kommen werden. Kolbe hat stets betont, dass man die Flüchtlinge willkommen heißen werde. Seine Kritik gilt einzig und allein höheren Stellen. Denn die Bereitschaft Karlsfelds, Flüchtlinge aufzunehmen, ist schon lange bekannt. Vor zwei Jahren beschloss der Gemeinderat in einer Sondersitzung, das Grundstück am Heizkraftwerk zur Verfügung zu stellen. Aber das Projekt kam nicht vorwärts. Es hieß, der Freistaat habe Probleme, den Bau der Unterkunft zu finanzieren. „Und jetzt sollen wir aus dem Stand 500 Menschen aufnehmen. Bund und Land haben hier ganz einfach gepennt,“ schimpfte Kolbe.

Auch Franz Trinkl hat seinem Unmut Luft gemacht. „Vermutlich wartet die Regierung von Oberbayern immer noch auf eine göttliche Eingebung oder einen Sponsor“, spöttelte der Gemeinderat und SPD-Ortsvorsitzende kürzlich im Mitteilungsblatt seines Ortsvereins.

Die Arbeit bleibt nun an der Gemeinde und an den Karlsfeldern hängen. Bei einer Informationsveranstaltung am 18. August im Bürgerhaus wollen Kolbe und Landrat Stefan Löwl (CSU) alle Fragen zum Thema beantworten. Teilnehmen werden auch Vertreter von Hilfsorganisationen wie etwa der Caritas. An diesem Abend soll auch ein Helferkreis Asyl gegründet werden. Interessierte haben sich bereits gemeldet.

Als der Gemeinderat im August 2013 mit seinem Beschluss das Grundstück am Kraftwerk für ein Flüchtlingsunterkunft freigab, ging er von 50 Personen aus, die dort unterzubringen wären. Dann hieß es, Karlsfeld müsse 100 Menschen aufnehmen, dann 200. Jetzt werden es 500. (tol)

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