Asylbewerber komponieren mit Songwriter

Im Video: Flüchtlinge singen Lied als Dankeschön

Dachau - „I wanna thank you“ heißt der Dankessong, den Flüchtlinge aus dem Landkreis mit dem Songwriter Mathew James White aufgenommen haben - um sich für die Hilfe in Deutschland zu bedanken.

Kamal Abdo (21) aus der Petershauser Asylbewerberunterkunft steht aufgeregt am Mikrofon im Veranstaltungsraum des Bruggerhauses: Gleich wird er seinen Rap über den Raketenanschlag in Syrien singen, bei dem viele seiner Freunde gestorben sind. „I wanna thank you“ heißt das Lied. Kamal Abdo hat das Lied gemeinsam mit acht weiteren Flüchtlingen aus Syrien, dem Iran und Nigeria, die in der Traglufthalle im Gada-Gebiet leben, und mit der Hobby-Songschreiberin Karin Zellhuber und dem Songwriter Mathew James White in einem Workshop geschrieben und die Musik dazu komponiert.

„I wanna thank you“: Mathew James White (rechts), Kamal Abdo (daneben) und weitere Flüchtlinge studieren das selbst komponierte Dankeslied ein.

Mit dem Lied wollen sie sich für die Hilfe bedanken, die sie in Deutschland bekommen haben. „Ich will danke sagen, dass ich hier akzeptiert und unterstützt wurde. Ich würde meine Seele für diese Hilfe hergeben, weil meine Seele hier gerettet wurde“, sagt Kamal Abdo. Deshalb singen die Flüchtlinge auf Englisch: „Ich will Dir dafür danken, dass Du mir zurückgegeben hast, was ich gebraucht habe, es kommt von tiefstem Herzen.“ Die Idee für das Dankeslied entstand zufällig bei einem Workshop im Februar im Bruggerhaus zu „Songwriting und Kulturmarketing“ mit Mathew James White, der dafür eigens aus Berlin anreiste. Korbinian Königseder, Vorsitzender des Bergkirchener Jugendkulturvereins Church’s Hill, stellte den Kurs mit der Vhs und dem bayernweiten Förderprogramm „P.Obb-Labor“ auf die Beine.

Jetzt kam White zum zweiten Mal nach Bergkirchen, um Kamals Schicksal zu vertonen. Denn in „I wanna thank you“ erzählt er seine Geschichte. Dass er heute vor dem Mikrofon steht, ist fast ein Wunder: Nur weil sich Kamal Abdo bei einer Geburtstagsparty verspätete, traf ihn der Raketensturm nicht. „Als die Bomben runterkamen, war ich wie ausgeschaltet durch dieses Geräusch. Alle meine Freunde steckten in dem Haus fest. Nur dank Gott bin ich noch lebendig.

Anna Schwarz

Rubriklistenbild: © hab

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