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Vor dem Dachauer Amtsgericht mussten sich drei Senegalesen und drei Sicherheitsmitarbeiter wegen einer Schlägerei verantworten.

Nur ein Urteil nach sechsstündiger Verhandlung

Nach Schlägerei: Asylbewerber und Securitys angeklagt

Drei Asylbewerber und drei Security-Mitarbeiter standen wegen einer Massenschlägerei in der Karlsfelder Traglufthalle vor dem Dachauer Amtsgericht. Sechs Stunden wurde verhandelt.

Dachau/Karlsfeld – Streitigkeiten in der Karlsfelder Traglufthalle haben immer wieder Polizeieinsätze ausgelöst. Auch am 13. Dezember 2015. Drei Asylbewerber und drei Security-Mitarbeiter waren beteiligt. Alle sechs waren gestern vor das Amtsgericht geladen. Einer der Angeklagten fehlte jedoch unentschuldigt, und so erschienen drei Securitys und zwei Asylbewerber. Geschlagene sechs Stunden wurde verhandelt, ehe Richter Daniel Dorner das Urteil verkündete.

Auslöser der Auseinandersetzung war wohl ein Handgemenge zwischen einem heute 34 Jahre alten Asylbewerber aus dem Senegal und einem Security, heute 21. Der Sicherheitsmitarbeiter schlug seinem Gegenüber mit der Faust ins Gesicht. Kurz darauf rangelten die Kontrahenten auf dem Boden. Beide Beteiligte wurden verletzt, wie das geschah, konnte gestern nicht geklärt werden.

Auch über das Folgende hörte Dorner unterschiedlichste Versionen. Obendrein musste ein Dolmetscher für seine senegalesischen Landsleute übersetzen.

Unstrittig ist, dass der Senegalese, der den Faustschlag bekommen hatte, einen Stein in Richtung der Securitys warf, die sich gerade zurückzogen. Diese sagten aus, dass dann eine Gruppe von 40 Asylbewerbern begonnen habe, mit Steinen zu werfen.

Wie viele Steine tatsächlich flogen, ist unklar. Die Sicherheitsmitarbeiter verständigten die Polizei. Die Streife löste die Ausschreitungen auf.

Die drei angeklagten Sicherheitsmitarbeiter im Alter von 21 bis 39 Jahren hatten offenbar wenig Erfahrung mit derlei Situationen. Sie seien nur Praktikanten, teilten sie mit. Nicht länger als eine Woche hätten sie bis zum Zeitpunkt des Eklats in der Halle gearbeitet. Auch deshalb sei die Situation so schwierig zu meistern gewesen.

Daniel Dorner verurteilte dann nur den Steinewerfer wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Der Mann erhielt acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zusätzlich muss er 64 Stunden Sozialarbeit leisten. Daniel Dorner begründete dieses Urteil mit der „besonderen Gefährlichkeit eines Steinwurfs“.

Der zweite Senegalese wurde freigesprochen. Gegen die drei Securitys wurde das Verfahren jeweils eingestellt. Beim Jüngsten des Trios entschied sich Dorner für eine Geldauflage in Höhe von 300 Euro, die dieser an die Opferhilfe Bayern zahlen muss. mia

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