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Dichtes Gedränge herrschte im Anschluss an die Einweihung bei der Besichtigung der Unterkunft.

Asylunterkunft am Himmelreichweg

Familien aus der Kufsteiner Straße dürfen hier einziehen

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Dachau - Ein kalter, rauer Wind wehte bei der Einweihung der neuen Asylunterkunft am Himmelreichweg in Dachau-Süd. Trotzdem drängten sich rund 200 Interessierte auf der Kiesfläche vor den zweigeschossigen, betongrauen Containern. Der Andrang der Dachauer war groß.

Bereits vor dem Bau der Unterkunft wehte ein rauer Wind über den Planungen, allerdings nicht witterungsbedingt: Einige Bürger befürchteten, dass die dort untergebrachten Flüchtlinge die Sicherheit in dem Stadtteil gefährden, äußerten Ängste und Sorgen wegen der neuen Nachbarn. Rund 500 Menschen unterzeichneten sogar eine Internetpetition gegen die Asylunterkunft am Himmelreichweg. 

Dagegen wollte der Runde Tisch gegen Rassismus ein Zeichen setzen. Rund 30 Aktivisten hielten zwei Banner hoch, auf denen „Kein Platz für Rassismus“ und „Welcome Neighbours“ – „Willkommen Nachbarn“ stand. Außerdem verteilten die friedlichen Demonstranten heißen Tee und Kaffee in der Kälte. „In Anbetracht dessen, dass sich einige Leute im Vorhinein nicht so offen zeigten, wollten wir dem Ganzen einen positiven Anstrich geben und die Leute, die hier einziehen, willkommen heißen“, sagte Feliza Cesena vom Runden Tisch gegen Rassismus. Auch Ludwig Gasteiger, der die Kundgebung gemeinsam mit Sören Schneider und Walter Gierlich organisierte, betonte: „Ich denke, dass die Unterkunft hier auch gut in die Nachbarschaft reinpasst, weil es ja keine Riesenunterkunft ist.“

 Rund 100 Asylsuchende sollen innerhalb von rund zwei Wochen in die zweigeschossigen Container einziehen, so Landrat Stefan Löwl auf Nachfrage. Auch Löwl versuchte den Bürgern die Angst zu nehmen: „Es wird kein reiner Männerstandort, sondern eine durchmischte Unterkunft. Die Familienanteile sollen rund 50 Personen umfassen.“ Nachdem die Unterkunft an der Kufsteiner Straße bereits seit vielen Jahren als sanierungsbesdürftig gilt, dürfen die Familien von dort nun an den Himmelreichweg ziehen. Ihre bereits vorhandenen Möbel können die Bewohner aus der Kufsteiner Straße mitbringen, soweit es der Brandschutz erlaube, versicherte Landrat Löwl. Schritt für Schritt sollen dann auch die Bewohner aus der Karlsfelder Traglufthalle und neuankommende Familien in die Container in Dachau-Süd einziehen. 

Obwohl die Zuweisungszahlen an Asylbewerbern im Landkreis wegen der Schließung der Balkanroute derzeit rückläufig sind, muss sich das Landratsamt auch zukünftig um neue Standorte für die Unterbringung der Flüchtlinge bemühen. „Wir haben gerade sechs bis acht Projekte in Arbeit, die zirka 600 neue Plätze für Asylbewerber schaffen sollen“, so Stefan Löwl. 

Bevor die Interessierten schließlich das Innere des grauen Zweigeschosses besichtigen konnten, segneten der katholische Diakon Günter Gerhardinger und der evangelische Priester Thomas Körner das Gebäude: „Wir bitten, dass die Menschen den Willen und die Bereitschaft zeigen, den Flüchtlingen ein Mindestmaß an Geborgenheit zu geben.“ Damit war der raue Wind erst einmal verweht.

Anna Schwarz

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