Da war die Welt noch in Ordnung: Reiner Pfündl (l.) mit Sternekoch Frank Rosin bei der TV-Aufzeichnung. hwa

Auch der Fernsehkoch konnte nicht helfen

Petershausen - Der Schmiedwirt in Petershausen musste schließen. Die TV-Sendung im April hatte nur kurz neue Gäste angezogen.

Es sah zunächst alles so gut aus: Nachdem Reiner Pfündl, Inhaber des Schmiedwirts in Petershausen, bei der Fernsehsendung „Rosins Restaurant - Ein Sternekoch räumt auf“ mitgemacht hatte, kamen viele neue Gäste in sein Restaurant. Allerdings nicht dauerhaft. Am 31. August musste der Schmiedwirt seine Pforten schließen.

Seiner Meinung nach war letztlich vor allem das strikte Rauchverbot ein Grund, warum die Gäste ausblieben. „Vorher hatten wir abends immer drei Tische mit Kartenspielern, die gegessen und getrunken haben. Das ist dann weggefallen. Das ist halt das laufende Geschäft, irgendwelche anderen Veranstaltungen sind immer nur das Zubrot“, bedauert Pfündl.

Auch die neuen Gerichte aus der Sendung sind nicht so eingeschlagen, wie Pfündl es sich vorgestellt hatte. Unter dem Motto „Tradition trifft Moderne“ standen neben typisch bayerischen Speisen auch exotische Sachen wie zum Beispiel Chiligurkensalat und Bällchen aus Bratenstückchen und Bechamel, die in einer Sesampanade in Tiefenfett aufgebacken werden, auf der Karte. „Nur ungefähr geschätzte 1,5 Prozent meiner Gäste haben die neuen Gerichte bestellt. So etwas läuft wahrscheinlich eher in der Stadt“, vermutet Pfündl.

Vor allem bei den Gästen aus dem Dorf war die Nachfrage gering. Nur diejenigen, die die Sendung über sein Lokal im Fernsehen gesehen hatten und deswegen gekommen sind, bestellten die neuen Speisen.

Bereut hat es Reiner Pfündl dennoch nicht, dass er, nachdem sein Neffe Marco die Bewerbung eingefädelt hatte, bei der Sendung mitgemacht hat. „Allein schon das vom Dreh alles mitzukriegen, war sehr interessant. Aber auch ziemlich stressig“, erzählt der Wirt. Während der vier Drehtage hätte er deshalb ungefähr drei Schachteln Zigaretten geraucht und 25 Tassen Kaffee gebraucht, fügt er schmunzelnd hinzu.

Die Dreharbeiten fanden im April vergangenen Jahres statt. Dabei ging es vor allem darum, eine gute Geschichte zu finden, wie Reiner Pfündl erklärt. „Die wollen von dir auch Emotionen sehen. Die kann man ihnen dann geben oder nicht, von mir haben sie eher weniger bekommen“, berichtet er weiter. Überhaupt ginge es bei den Filmaufnahmen zu 95 Prozent um eine gute Show, so Pfündl.

Nichtsdestotrotz würde er sich wieder an so einer Sendung beteiligen. „Die Leute waren alle total nett“, versichert Pfündl. Bedienungen von ihm hätten immer noch mit Kameramännern Kontakt, er selbst hat sich bis Februar sogar immer noch mit Frank Rosin ausgetauscht. Auch dieser sei sehr freundlich gewesen und hätte ihm außerdem einige gute Tipps gegeben. Auch in der Küche überließ er Rosin das Feld: „Da kann nur einer anschaffen. Wenn er da ist, hat er das Sagen, da muss ich dann eben meine Schnauze halten“, sagt Reiner Pfündl. Dennoch konnte Rosin selbst sogar noch etwas vom Schmiedwirt lernen, wie dieser stolz erzählt: „Er hat gesagt, meine Knödl seien die besten, die er jemals gegessen hat, und mich nach dem Geheimnis gefragt.“

Mit all dem ist für Reiner Pfündl nun leider erst einmal Schluss. Momentan ist er noch dabei, das Wirtshaus, das er 20 Jahre lang geführt hat, auszuräumen. Wie es danach weitergehen soll, weiß Reiner Pfündl noch nicht.

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