Reform des Sexualkundeunterrichts

Auch die Klosterschwestern stimmen zu

Landkreis – Homosexualität, sexuelle Identitätsfindung, Missbrauch – diese Themen sollen fortan an allen bayerischen Schulen behandelt werden. Und das ist richtig so, finden zumindest viele Schulleiter des Landkreises.

Das Kultusministerium hat die Richtlinien für Sexualkunde an bayerischen Schulen überarbeitet. Nun sollen Themen wie Homo- und Transsexualität, sexualisierte Bilder in den Medien, sexuelle Identitätsfindung und Prävention vor sexuellem Missbrauch einen Platz im Lehrplan finden. Die neuen Inhalte sollen Schüler nicht nur besser vor Missbrauch schützen, sondern die Vielfalt der Lebenswirklichkeiten, auch abseits von traditionellen Familienformen, besser abbilden. Die Schulen im Landkreis sehen die Neuerungen positiv. 

Der Schulleiter des Ignaz-Taschner-Gymnasiums in Dachau, Erwin Lenz, ist von der Wichtigkeit solcher Themen im Lehrplan überzeugt. Deshalb seien solche Inhalte schon seit Jahren fester Bestandteil des Unterrichts am Gymnasium. 

Selbst an der Erzbischöflichen Theresia-Gerhardinger-Schule in Weichs wird der Einzug von Themen wie Homo- und Transsexualität in den Unterricht positiv gesehen. „Das sind Themen, die gehören zum Leben dazu“, meint Konrektorin Anita Aumüller-Menz. Später kämen die Kinder sowieso damit in Berührung. Die Schule arbeite komplett nach bayerischem Lehrplan, Probleme beim Sexualkundeunterricht gebe es weder mit Eltern noch Lehrern. Auch die Klosterschwestern seien da sehr offen – vielleicht sogar „mehr als manche andere“.

In der Grund- und Mittelschule Bergkirchen werden die Änderungen auch begrüßt. „Wir haben schon immer aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft mit einfließen lassen“, sagt Rektor Albert Sikora zum Sexualkundeunterricht an seiner Schule. Deswegen seien auch diese Neuerungen in einer dynamischen Welt notwendig. Trotzdem sei das Thema eine „diffizile Geschichte“, sowohl für Lehrer als auch Eltern. „Eltern sind manchmal zwiegespalten“, erklärt Konrektorin Andrea Wiesner. Manche wüssten gar nicht, wie weit ihre Kinder schon sind. 

Trotzdem sei Prävention vor Missbrauch auch an Schulen extrem wichtig für die Schüler. „Eltern müssen das akzeptieren“, sagt Lenz. Schließlich lägen solche Entscheidungen beim Staat, und die Schulen seien beauftragt, sicherzustellen, dass die Richtlinien auch tatsächlich umgesetzt werden. Er kann sich aber ohnehin nicht vorstellen, dass es in Zukunft Probleme mit den Eltern seiner Schüler geben könnte. Er meint: „Die Eltern stehen voll im Leben.

Eva Lang

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