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Tauchen in der beruflichen Praxis Fragen auf, können Studenten diese direkt in der anschließenden Studienphase klären.

Ausbildungs-Ratgeber

Duales Studium: Kombi aus Uni und Lehre

Die meisten Studiengänge behandeln die Themen Wirtschaft und Technik. Dabei sind fünf verschiedene Typen zu unterscheiden.

Einer davon ist ein duales Studium, in dem gleich zwei Abschlüsse erworben werden, erklärt Jochen Goeser vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Zum einen erhalten Absolventen einen Berufsabschluss, indem sie etwa eine Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer ablegen. Zum anderen bekommen sie einen Studienabschluss – in der Regel einen Bachelor. „Hier besteht in der Regel bereits ein Kooperationsvertrag zwischen Ausbildungsbetrieb und Hochschule oder Berufsakademie“, erklärt Goeser. In diesem Fall wählt der Betrieb die Bewerber aus. Schulabgänger müssen sich bei ihm also wie andere angehende Lehrlinge um einem Ausbildungsplatz bemühen.

Daneben gibt es das duale Studium mit einem Plus an Praxis. Im Vergleich zu einem normalen Studium umfasst es Lerneinheiten im Betrieb, allerdings keine ganze Berufsausbildung. Konkret sieht das etwa bei der Dualen Hochschule in Baden- Württemberg (DHBW) so aus: Die Studenten sind drei Monate an der Hochschule und anschließend drei Monate im Betrieb. „Die Studenten lernen erst die Theorie und wenden diese dann im Unternehmen an“, erläutert Sprecher Benjamin Godde in Stuttgart. Tauchen in der Praxis Fragen auf, können Studenten sie direkt in der anschließenden Studienphase klären.

Die dritte Variante ist das berufsintegrierende duale Studium, eine Kombination aus Erwerbstätigkeit – meist halbtags – und Studium. Viertes Modell ist das berufsbegleitende Studium. Dabei laufen Berufstätigkeit und Studium unabhängig voneinander parallel, vergleichbar mit Fernstudiengängen. Und schließlich kann man sogar in fünf Jahren eine Ausbildung, einen Bachelor und den Meister machen.

Studenten und Unternehmen bieten solche Modelle mehrere Vorteile

Der Erste ist die Zeitersparnis. „Im besten Fall erwirbt der Absolvent zwei Abschlüsse in drei bis vier Jahren“, bemerkt Goeser. Und Studenten sind finanziell besser abgesichert, weil sie ihre Zeit im Betrieb vergütet bekommen. Die Unternehmen wiederum begrüßen den Praxisbezug des Studiums. Ein Absolvent kennt die betriebliche Arbeit bereits und kann sein im Studium erworbenes Wissen direkt anwenden. Unternehmen können angehende Fachkräfte so bereits in den Betrieb integrieren und auf diesem Wege eigene Führungskräfte heranbilden, erklärt Nicole Pfrimmervon der Industrie- und Handelskammer in Hannover.

Auch andere Unternehmen als die Kooperationsfirmen honorieren den hohen persönlichen Einsatz der Absolventen, so dass sie in der Regel sehr gute Arbeitsmarktchancen haben. Bei allen Vorteilen sollten sich Bewerber aber darüber im Klaren sein, dass sie kein Zuckerschlecken erwartet: Ein duales Studium sei aufwendig und könne anstrengend sein, gibt Pfrimmer zu bedenken. So müssen Studenten damit rechnen, dass sie regelmäßig am Samstag Vorlesungen und keine Semesterferien haben – diese Zeit verbringen sie überwiegend im Unternehmen. „Der Urlaub ist begrenzt auf die Urlaubstage, die von dem Unternehmen gewährt werden“, erklärt Pfrimmer. Ein solches Studium sei etwas für Zielstrebige, betont Godde. Teilweise verpflichten sich Studenten außerdem, nach dem Abschluss eine Weile im Betrieb zu arbeiten – der hat schließlich viel in sie investiert.

Berit Waschatz

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