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Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist eine sinnvolle Art, die Wartezeit auf den Ausbildungsplatz zu überbrücken.

Die Zeit ohne Ausbildungsplatz sinnvoll überbrücken

Bereit für den Berufseinstieg

Die angestrebte Ausbildung ist noch nicht verfügbar und Sie möchten die Wartezeit sinnvoll nutzen. Da gibt es viele interessante Möglichkeiten.

Wer auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz ist, kann die Warteschleife produktiv nutzen, statt Däumchen zu drehen: Mit einer Weiterbildung tut man sich persönlich und seinem Lebenslauf in jedem Fall etwas Gutes, denn damit erhöhen sich die Chancen für den schnellen Berufsstart deutlich. Acht gute Überbrückungsmöglichkeiten:

Praxiserfahrung sammeln

Der ideale Weg, um schon einmal in den zukünftigen Beruf hineinzuschnuppern, sind Praktika. Denn ein Praktikum bietet nicht nur die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen, sondern auch berufliche Qualifikationen zu sammeln. Je nach Praktikumsplatz lässt sich dabei auch etwas dazu verdienen, um finanziell unabhängiger zu sein. Wichtig ist, sich ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen zu lassen, in dem die Aufgaben genau dokumentiert sind. Das macht sich dann nicht nur im Lebenslauf gut, man profitiert später in der Ausbildung auch von der gesammelten Berufserfahrung.

Eine Brücke zur Berufsausbildung bieten auch sogenannte Einstiegsqualifizierungen. Dabei handelt es sich um ein bezahltes Praktikum für Jugendliche, das von der Agentur für Arbeit angeboten wird. Die Teilnehmer lernen in sechs bis zwölf Wochen den Arbeitsalltag in einem Betrieb kennen. Die möglichen Branchen: Bau, Wirtschaft, und Verwaltung, Handel, Gastgewerbe, Service, Lagerlogistik, Metall, Textil, Druck und Elektro. Teilnehmer erhalten vom Betrieb in der Regel eine monatliche Vergütung von 192 Euro. Daneben bieten die Agenturen für Arbeit noch weitere berufsvorbereitende Programme an. Wer sich dafür interessiert, wendet sich am besten an die zuständige Agentur vor Ort.

Auf Berufsfachschulen oder in Lehrgängen weiter lernen

Es gibt zwei Formen von Berufsfachschulen: Die einen lassen sich nutzen, um einen Schulabschluss nachzuholen. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, wenn man sich nachträglich für den Besuch des Gymnasiums entscheidet und die Aufnahmeberechtigung dafür erwerben möchte. Diese ein- bis zweijährigen Berufsfachschulen vermitteln auch das Grundwissen für einen bestimmten Beruf und erleichtern es dadurch, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Bei der zweiten Form von Berufsfachschule lässt sich ein Beruf erlernen, auch ohne Ausbildungsbetrieb. Das Angebot reicht vom Physiotherapeuten bis zum Mediengestalter oder Bürokaufmann. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und ist kostenpflichtig. Das Schulgeld kann jedoch im Einzelfall durch einen Ausbildungszuschuss des Bundes in Form von BAföG finanziert werden. Ein BAföG-Rechner ist auf www.bafoeg.bmbf.de zu finden. Weiterführende Informationen und Adressen von einzelnen Berufsfachschulen sind bei der Agentur für Arbeit im Heimatort erhältlich.

Sprachkenntnisse auffrischen

Ein Auslandsaufenthalt mit Sprachkurs hat verschiedene Vorteile. Neben neuen Sprachkenntnissen erwirbt man nebenbei auch gleich wichtige Softskills, wie interkulturelle Kompetenzen, Anpassungsfähigkeit, Selbstständigkeit und nicht zuletzt Selbstbewusstsein. Fähigkeiten, die für die spätere Karriere wichtig werden und sich bestens im Lebenslauf machen. Egal, ob Sprachkurs, Auslandspraktikum oder Jobben im Ausland, wichtig ist auch hier, sich die Qualifikationen bescheinigen zu lassen.

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Das freiwillige soziale Jahr (FSJ) ist mittlerweile als Möglichkeit zur persönlichen Weiterbildung allgemein anerkannt. Es dauert mindestens sechs, in der Regel zwölf Monate. Teilnehmer arbeiten dabei in Vereinen, für Projekte und Initiativen, in Selbsthilfegruppen oder sozialen Einrichtungen aktiv mit. Bewerben können sich junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren zum Beispiel bei der Arbeiterwohlfahrt, den Kirchen oder dem Deutschen Roten Kreuz. Für die soziale Arbeit erhalten die Freiwilligen eine geringe monatliche Aufwandsentschädigung und, falls notwendig, Verpflegung und eine Unterkunft. Sie sind sozial-, kranken-, pflege- und unfallversichert und haben Anspruch auf Urlaub. Auch das freiwillige soziale Jahr kann man im Ausland verbringen. Verschiedene Hilfsorganisationen bieten Möglichkeiten zur Mithilfe.

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)

Auch durch die Mitarbeit in Umweltprojekten lässt sich ein Jahr in der Warteschleife gut überbrücken. Es gelten die gleichen Bestimmungen wie beim sozialen Jahr. Eine umfangreiche Datenbank mit Projekten im In -und Ausland befindet sich auf www.oekojobs.de.

Jobben in der Branche

Geld verdienen und nebenbei einer sinnvollen Aufgabe nachgehen – damit schlagen zukünftige Azubis gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sicher kann es schwierig werden, im Wunschberuf ohne Ausbildung einen Job zu finden. Dennoch ist es wichtig, dass der Job in dem Bereich angesiedelt ist, in dem man seine Ausbildung absolvieren möchte. Klassisches Beispiel ist hier die Gastronomie: Beim Kellnern lassen sich die Serviceabläufe von Grund auf kennenlernen. In nahezu jeder Branche werden Aushilfen gesucht. Am besten also entsprechende Unternehmen oder Betriebe abklappern und dabei unbedingt gleich deutlich machen, dass man in Kürze eine Ausbildung in der gleichen Branche beginnen wird. Das wirkt motiviert und engagiert.

dpa

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