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Pflegekräfte für alte Menschen, kranke Erwachsene und Kinder durchlaufen künftig in den ersten beiden Jahren eine gemeinsame Ausbildung.

Gute Chancen auf Ausbildungsplätze

Pflegeberufe wandeln sich

Mit der Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung und der Abschaffung von Ausbildungsgebühren wird das große Feld der Pflegeberufe für Auszubildende attraktiv.

Künftig soll eine einheitliche Ausbildung zur „Pflegefachfrau“ oder zum „Pflegefachmann“ übergreifende Qualifikationen vermitteln. Ziel ist, Menschen aller Altersgruppen gut pflegen zu können: in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulant.

Einheitliche Qualifikation für große Einsatzmöglichkeiten

Auszubildende werden sich demnach nicht mehr am Anfang ihrer Ausbildung entscheiden müssen, ob sie in die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege gehen. Denn das Bundeskabinett hat ein Gesetz zur Reform des Pflegeberufs verabschiedet, das eine einheitliche Ausbildung für alle Pflegebereiche vorsieht. Hintergrund: In den Pflegeheimen wird beispielsweise immer mehr medizinische Pflege erbracht, da dort häufig chronisch oder mehrfach Erkrankte versorgt werden. Und in Krankenhäusern müssen zunehmend die Belange älterer Menschen in der Pflege berücksichtigt werden, so beispielsweise bei Demenzkranken.

Ausbildung wird kostenlos

Die Finanzierung der Ausbildung wird bundeseinheitlich geregelt. Für Auszubildende ist sie künftig kostenfrei. Das ist ein großer Fortschritt, denn derzeit fallen für Auszubildende an etlichen Pflegeschulen Gebühren an. Außerdem erhalten alle Auszubildenden künftig eine angemessene Vergütung, wie es in vielen anderen Ausbildungsberufen bereits üblich ist. Die neue Pflegeausbildung ist eine dreijährige Fachkraftausbildung mit Unterricht an Pflegeschulen sowie praktischer Ausbildung. Beim praktischen Teil können die Auszubildenden einen Schwerpunkt wie beispielsweise Altenpflege wählen, der auf dem Abschlusszeugnis als „Vertiefungseinsatz“ ausgewiesen wird. Die Ausbildung ist auch in Teilzeit möglich und dauert dann fünf Jahre.

Wer die neue Ausbildung machen möchte, braucht einen mittleren Schulabschluss oder eine zehnjährige allgemeine Schulbildung. Möglich ist die Ausbildung auch für diejenigen, die einen Hauptschulabschluss  haben, wenn sie über weitere Qualifikationen verfügen. Das kann beispielsweise eine erfolgreich abgeschlossene mindestens zweijährige Ausbildung oder eine einjährige Ausbildung in der Pflegeassistenz sein. Zudem schafft der Gesetzentwurf die Voraussetzungen für ein berufsqualifizierendes Pflegestudium, das unmittelbar eine Berufstätigkeit in der Pflege ermöglicht. Die Einführung eines solchen Studiums unterstreicht die zunehmende Bedeutung der Pflegeberufe.

Fachkräfte gesucht

Pflegekräfte in Heimen und Krankenhäusern sind gefragt. Besonders in der Altenpflege ist der Mangel an Fachkräften zu spüren. Denn die Altenpflege ist eine der stark wachsenden Dienstleistungsbranchen. Die Reform soll die Pflegeberufe attraktiver machen.

Start in 2018

Der erste Jahrgang des neuen Ausbildungsberufs soll 2018 starten. Denn nach der Verabschiedung des Pflegeberufreformgesetzes brauchen Pflegeschulen und Ausbildungsbetriebe genügend Zeit, um sich auf die neue Ausbildung einzustellen. Unter anderem müssen Lehrpläne erarbeitet werden.

Erprobt und für gut befunden

Lange wurde die Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung diskutiert. Mehrere entsprechende Modellvorhaben wurden erprobt. Die durchgeführten Vorhaben zeigten: Eine dreijährige einheitliche berufliche Pflegeausbildung kann die Kompetenzen vermitteln, die in den verschiedenen Pflegekontexten notwendig sind. Auch die Bundesländer befürworten eine einheitliche Pflegeausbildung.

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