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Schuhe nach Kundenwünschen anzufertigen, gehört zu den Aufgaben der angehenden Schuhmacherin Tabea Terrino, die in einer Maßschuhmacherei arbeitet.

Ausbildung zum Schuster

Moderne Schuhmacher sind Designer und Modeberater

Schuhmacher stellen Schuhe her und reparieren sie. Die Sohle des Damenschuhs wird oft geklebt, die des Herrenschuhs genäht.

Warum, das weiß Tabea Terrino. In drei Jahren lernt die Auszubildende auch, einen Schuh nach Kundenwunsch anzufertigen. Die 22-jährige Schweizerin macht im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zur Schuhmacherin. Ihr erstes Paar Schuhe fertigte Terrino für eine Projektarbeit in der Schule an. Das gefiel ihr so gut, dass sie ihren Plan, ein Studium zu beginnen, auf Eis legte. Terrino gefallen die vielseitigen Aufgaben. Je nach Betrieb macht das Herstellen neuer Schuhe oder die Reparatur alter den Großteil der Arbeit aus. Die meisten Schuhmacher arbeiten aber in Reparaturwerkstätten. Dort erneuern sie Schuhe, richten schiefe Absätze, arbeiten für eine bequeme Passform Fußstützen oder Verstärkungen ein, beraten Kunden und verkaufen Schuhe. Außerdem reparieren sie Ledertaschen, -jacken und -gürtel und tauschen Reißverschlüsse aus. 

In der Ausbildung in einem kleineren Betrieb hätten Lehrlinge viel Kundenkontakt, sagt Peter Schulz vom Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) in Sankt Augustin. Bei der Kundenberatung geht es zum Beispiel um die richtige Schuhpflege, -lagerung und fußgerechte Schuhe. Je nach Region lernen Lehrlinge im Blockunterricht oder gehen wie Terrino einmal in der Woche zur Berufsschule. 

In der Ausbildung lernen sie Materialien wie Leder, Holz, Gummi oder Kunststoff und den Aufbau eines fußgerechten Schuhs kennen. Im ersten Lehrjahr stehen etwa Fußanatomie, Klebetechniken und Reparaturen am Schuhboden auf dem Lehrplan. Im zweiten Jahr lernen die Azubis, den Schuh an den menschlichen Fuß anzupassen, einen Konfektionsschuh zu bearbeiten oder Schuhböden herzustellen. Im dritten werden das Verbinden von Schaft und Schuhboden, das Anformen des Schuhbodens und Finisharbeiten unterrichtet. Bewerber sollten ein Interesse am Handwerk und nicht allzu schlechte Schulnoten mitbringen, sagt Schulz. Einen Vorteil hat, wer gerne näht und schon handwerklich tätig war, ergänzt Terrino. Auch Interesse an Mode, Spaß am Kontakt mit Kunden und sorgfältiges Arbeiten sind wichtig. Bei der Königsdisziplin, der Maßanfertigung eines Schuhs, sind Geduld und Durchhaltevermögen essenziell. „Es dauert, bis man richtig was kann“, sagt Terrino. 

Geeignete Bewerber werden gesucht

Dem Handwerk allgemein mache der demografische Wandel und der gesellschaftliche Trend zum Studium zu schaffen, sagt Alexander Legowski vom ZDH. Auch die Konkurrenz durch die Industrie sei stark. „Betriebe finden auf dem Markt wenig adäquate Fachkräfte“, sagt Schulz. Seit 2004 gibt es für das Schuhmacherhandwerk keine Meisterpflicht mehr. Damit kann jeder einen Schuhmacherbetrieb eröffnen. Wer sich selbstständig macht, hat mit dem Meisterbrief aber Vorteile. Der Schuhmacher lerne noch mehr dazu und könne mit dem Meisterbrief als Qualitätssiegel Werbung machen, sagt Schulz.

dpa

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