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Unterschätzt: Soziale Berufe bieten mehr Möglichkeiten als gemeinhin bekannt.

Ausbildung in Dachau

"Sich ausprobieren": Soziale Berufe – Tipps zur Berufswahl

Die Berufsberaterin Simone Grahl von der Agentur für Arbeit weiß, wie Jugendliche herausfinden können, ob ein sozialer Beruf zu ihnen passt. Im Interview gibt die Expertin Tipps zur Orientierung:

Warum sollten sich Jugendliche für einen sozialen Beruf entscheiden?

Simone Grahl: „Die Frage sollte eher lauten: Warum nicht? Die meisten Jugendlichen entscheiden sich für einen sozialen Beruf, weil sie große Freude daran haben, für andere Menschen da zu sein. Und das in ganz unterschiedlicher Form. Meist denkt man bei sozialen Berufen vor allem an Tätigkeiten in den Bereichen Pflege und Erziehung, doch die Bandbreite an Möglichkeiten ist hier sehr groß – vom Streetworker und dem Berufseinstiegsbegleiter über den Alltagsbegleiter und den Sucht- und Drogenberater bis hin zur Hebamme oder Ergotherapeuten. Doch egal, wie der Traumberuf genau aussieht, eines haben die Jugendlichen gemeinsam: Sie haben den Wunsch, anderen Menschen zu helfen.“

Woher weiß ich, ob ein sozialer Beruf das Richtige für mich ist?

„In vielen Schulen wird den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, durch Praktika die Arbeitswelt kennenzulernen. Im Regelfall probieren sie dabei ganz unterschiedliche Berufe in verschiedenen Branchen aus. Dabei merken sie meist schnell, in welchem Bereich sie sich gut aufgehoben fühlen – hier heißt es dann: auf das Bauchgefühl hören! Oft hilft den Jugendlichen auch ein schriftlicher Praktikumsbericht: Darin können sie die Vor- und Nachteile eines Berufs aufführen und sich dabei bewusst machen, was ihnen Freude bereitet.“

Hilft ein Praktikum bei der Berufswahl – wenn ja, wie?

„Absolut! Praktika sind eine tolle Möglichkeit, in Berufe hinein zu schnuppern und zu testen, ob einem die Arbeit auch wirklich liegt – das gilt natürlich nicht nur für den sozialen Beriech, sondern für alle Berufsfelder. Ich empfehle daher immer, möglichst viele Tätigkeiten kennenzulernen und sich auszuprobieren.“

Welche Voraussetzungen sollten Bewerber für einen sozialen Beruf mitbringen?

 „Welche Voraussetzungen die Bewerberinnen und Bewerber mitbringen müssen, hängt natürlich ganz vom Wunschberuf ab. Aber grundsätzlich sollten die Jugendlichen das Bedürfnis haben, sich um anderen Menschen zu kümmern. Wichtig ist, dass sie schon eine bestimmte Reife mitbringen und sich der Verantwortung, die sie übernehmen, ausreichend bewusst sind.“

Unterscheidet sich die Ausbildung in sozialen Berufen von der in anderen Berufszweigen?

„Bei vielen Ausbildungen im sozialen Bereich handelt es sich um schulische Ausbildungen mit Praxisphasen. Deshalb müssen die Jugendlichen bei der Bewerbung unbedingt beachten, dass sie ihre Unterlagen nicht an Arbeitgeber sondern an die unterschiedlichen Berufsfachschulen schicken. Dabei gilt es immer, den Bewerbungsschuss der Schulen im Blick zu haben.“

Welche Berufsaussichten bietet eine (Erst-)Ausbildung?

„Die Berufsaussichten, egal ob im Pflege- und Betreuungsbereich oder für Sozialpädagogen, sind aktuell sehr gut. Fachkräfte in den sozialen Berufen sind auf unserem regionalen Arbeitsmarkt sehr gefragt.“

Wie hilft die Berufsberatung weiter?

„Bei der Agentur für Arbeit gibt es ein Team, das sich speziell um die Anliegen von Jugendlichen kümmert – die Berufsberatung. Die Berufsberater helfen bei der Berufsorientierung, der Berufswahl und dem Bewerbungsprozess. Wir informieren die Jugendlichen und auch die Eltern über Zugangsvoraussetzungen zum Wunschberuf, den Aufbau der Ausbildung oder des Studiums sowie über offene Stellen. Die Berufsberatung hilft aber auch dabei, den beruflichen Horizont zu erweitern: Wir empfehlen Jugendlichen auch, sich nicht nur auf einen Beruf festzulegen, sondern analysieren mit ihnen, welche Dinge ihnen bei einem Beruf besonders wichtig sind. So finden wir dann gemeinsam heraus, in welchen alternativen Berufen diese Anforderungen ebenfalls erfüllt sein können. Die Jugendlichen können einfach telefonisch unter 0800 4 5555 00 (gebührenfrei) einen Termin mit der Berufsberatung ihrer Agentur für Arbeit vereinbaren.“

Interview: Laura Kessler

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