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Die Straße ist ihr Zuhause: Brummifahrer sind ständig auf Achse. Azubis mit technischem und kaufmännischem Verstand haben gute Jobaussichten.

Ausbildung

„Zu wenig Bewerber“: Deutschland sucht dringend Fahrer

Verbände der Verkehrs- und Logistikbranche sind besorgt: Es fehlen Fahrer für Lkw und Busse. Die Lage könnte in den kommenden Jahren brenzliger werden - denn viele Fahrer stehen kurz vor dem Ruhestand.

Am Anfang der Ausbildung steht eine grundsätzliche Entscheidung: Lastwagenfahrer oder Busfahrer? Die dreijährige Ausbildung ist ähnlich - trotzdem ist es später nicht ganz einfach, zwischen den Sparten zu wechseln. Am deutlichsten wird der Unterschied bei den Arbeitsbedingungen. Während Lastwagenfahrer meist allein unterwegs sind und ihre Fracht ans Ziel bringen, haben Busfahrer nicht selten eine lärmende Schulklasse im Rücken. Ob Lastwagen oder Bus: Berufskraftfahrer sitzen den ganzen Tag hinterm Steuer. Sicher und kraftstoffsparend zu fahren, ist das Wichtigste. Aber man muss auch kleine Pannen selbst beheben können und kaufmännisches Verständnis haben, sagt Wolfgang Steinbrück, Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer in Berlin. Nur den richtigen Führerschein zu haben, reiche schon lange nicht mehr aus. Busfahrer seien heute in erster Linie Servicekräfte. "Fahrscheine verkaufen, Auskunft über Anschlussverbindungen geben, das Gepäck verfrachten oder für Getränkenachschub sorgen - das gehört genauso dazu."

Auch Lastwagenfahrer werden immer stärker zu serviceorientierten Dienstleistern: Bei den Kunden ist der Fahrer selbst für die Abwicklung der Lieferung verantwortlich. Den Frachtbrief stellt er am Laptop selbst zusammen. Wenn Ware beschädigt ist oder etwas fehlt, muss er das Problem lösen. Deshalb müssen Berufskraftfahrer auch kaufmännisch fit sein.

Viele Speditionen und Busunternehmen nehmen nur Bewerber, die mindestens 17,5 Jahre alt sind. In den ersten Monaten haben sie Zeit, ihren Lastwagen- oder Busführerschein zu machen. Danach geht es hinters Lenkrad. "Erstmal werden die Auszubildenden in Begleitung eines erfahrenen Ausbildungsfahrers Touren im Nahverkehr kriegen, und das wird später gesteigert", erzählt Brätsch. Ins Ausland dürfen Lehrlinge nicht geschickt werden, solange sie unter 21 sind.

Im Busverkehr sind die Regeln noch strenger: Zwar dürfen Azubis ihren Führerschein schon mit 18 machen - nicht wie sonst erst mit 21. Allerdings dürfen sie dann erstmal nur auf bis zu 50 Kilometer langen Linien hinters Steuer, erklärt Steinbrück.

dpa

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