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Giraffenumrisse wie die Bremer Stadtmusikanten: Hans Peter Orpheiden zeigt eines seiner Bilder, das in der Ausstellung zu sehen ist.

Karlsfelder Kunstkreis

Ausstellung von Hans Peter Opheiden: Ein großer bunter Kampf

Karlsfeld - Hans-Peter Opheiden ist ein Konstrukteur. Ein Kunstkonstrukteur. Seine Bilder sind exakt geplant, die Motive genau überlegt. Jetzt hat er eine Ausstellung beim Karlsfelder Kunstkreis.

Früher konstruierte er Gebäude, heute konstruiert er Bilder. Hans-Peter Opheiden ist gelernter Bauzeichner und studierter Architekt. Dies sieht man seinen Bildern an. Jeder gerade Strich scheint mit Lineal gezogen, jeder Gegenstand bis zur kleinsten Öse detailreich gemalt und jedes Gebäude perfekt perspektivisch abgebildet. Ebenso ist die Komposition aller Öl-Gemälde wohl überlegt, sorgfältig geplant und vorskizziert worden.

„Ich konstruiere so jedes Motiv Stück für Stück“, sagt der geborene Krefelder bei der Besichtigung seiner neuen Ausstellung beim Karlsfelder Kunstkreis, die am 8. April um 19 Uhr eröffnet.

Trotz der Vorbereitung, Planung und der vielen Gedanken, die er sich vor einem Bild macht, wirkt keines zu sachlich, kühl oder gestellt. Die Szene aus einer Landschaft mit Feldern im Vorder- und Häusern im Hintergrund mit vielen Krähen hätte genauso passieren können.

Opheidens Bilder leben außerdem von der Farbe. Der erste Eindruck der Ausstellung in der Galerie am Drosselanger ist bunt. Einzig die Farbigkeit lässt er auf sich zukommen, wenn er malt. „Doch manchmal bin ich mir unsicher, dann hilft mir meine Frau“, gibt er zu. Er nennt die Farbgebung sogar „einen großen Kampf“.

Das sind die Motive des Künstlers

Seine Motive holt der Künstler, der seit 1999 in Karlsfeld lebt, vor allem aus seinem Umfeld. „Ich male, um mich mit meiner Umgebung auseinander zu setzen“, beschreibt er seine Beweggründe. In der Holzmaserung eines Deckenbalkens sah er beispielsweise ein Tier, das ihn länger beschäftigte. Es sieht aus wie eine Giraffe, die den Hals parallel zum Boden streckt. Dieses Motiv spann er weiter und verwendete es für zwei Gemälde. In einem lässt er die zweidimensionalen Umrisse der „Giraffe „ sogar plastisch werden und stapelt sie übereinander „wie die Bremer Stadtmusikanten“.

Aber nicht nur mit dem Umfeld, auch mit anderen Künstlern beschäftigt er sich eingehend. Deshalb beeinflussen ihn alte Meister des Expressionismus, Surrealismus und der Romantik. Edward Munchs „Der Schrei“ ist gleich mehrmals in Opheidens „Stierkampf“ zu finden. Joseph Beuys Stuhl mit Keil wird beim Karlsfelder zum Gemälde. Die gestapelten Giraffen kommen ähnlich wie bei Francis Bacon in räumliche Gestelle und zum Trio „Die Argonauten“ inspirierte ihn der Dadaist Marcel Duchamp.

So finden sich neben Landschaftsbilder, in denen Karlsfelder ein Stück ihrer Heimat Wiedererkennung könnten, auch abstrakte und gegenstandslose Motive. „Es ist bei mir ein bisschen wie bei den Musikern. Die haben auch Vorbilder und andere Stücke im Kopf, wenn sie komponieren.“ Nur das Hans-Peter Opheiden nicht komponiert, sondern konstruiert.

Miriam Kohr

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