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Schlittenfahren anno dazumal: Mit Gefährten wie diesen fuhr man früher noch den Karlsberg hinab.

Bezirksmuseum Dachau 

Neue Ausstellung: Von den Freuden früherer Winter

In der Ausstellung „Winterfreuden“ widmet sich das Bezirksmuseum dem Vergnügen in Eis und Schnee vergangener Zeit. Nach der Vernissage ist die Ausstellung nun bis 7. April zu sehen.

Dachau – An jeder Ecke türmen sich Schneehaufen, in denen Schilder aus Holz stecken. Sie verweisen zum Weiher, zum Schlittenberg und zur Schanze. Von oben kommen glitzernde, verschiedengroße Eiskristalle und auf den Tischen liegen kleine Schneebälle. Doch diese sollten nicht geworfen werden! Die Teigbällchen in Kokosflocken waren die Verkostung der Vernissage-Gäste im Bezirksmuseum zur Ausstellung „Winterfreuden“. Das Museum ist bis zum 7. April in eine Winterlandschaft verwandelt, die Schneehaufen deshalb aus Watte und die Eiskristalle aus Holz.

Die Sätze „Ja, so war das damals“ und „Stimmt, ich erinnere mich“, hörte man oft an dem Abend, wenn man den älteren Besuchern lauschte. Eine Dame erinnerte sich noch genau an die Titelseite der Heimatzeitung, als in den 1960er Jahren der Dachauer Hans-Jürgen Bäumler mit Maria Kilius Weltmeister im Eiskunst-Paarlauf wurde. „Sie waren so ein schönes Paar“, fand die Besucherin. Eine Wand im Bezirksmuseum widmet sich den erfolgreichen Sportlern, davor steht eine Vitrine mit verschiedenen Schlittschuhen von damals.

Einen Raum weiter sehen die Besucher alte Skischuhe und Skibekleidung. Alte, meist Schwarz-Weiß-Fotografien zwischen den Ausstellungsstücken zeigen beispielsweise Kinder beim Eisstockschießen auf dem Ampermochinger Weiher oder beim Schlittenfahren auf der Ludwigsstraße in Etzenhausen. Ein Gemälde von 1950 beweist, dass es damals noch möglich war, den Karlsberg in Dachau mit dem Schlitten hinab zu fahren. Auf einem Foto ist zu sehen, dass in Hilgertshausen um 1961 eine Skischanze aufgebaut war und reichlich genutzt wurde.

Der Schanze wurde genau wie der Kinder-Olympiade ein ganzer Raum gewidmet. So ist die Ausstellung auch eine Hommage an die „Dachauer Kinderolympiade“, die erstmals 1952 in Breitenau stattfand und über 30 Jahre lang die Wintersportbegeisterung der Dachauer widerspiegelte. Viele ältere Besucher verbanden mit dieser Olympiade ihre ersten Erinnerungen auf Skiern.

Fotografien sowie alte Medaillen und ein Film ließen diese Erinnerungen bei einigen wieder aufleben. Allein die lange Liste der Leihgeber ist ein Zeichen dafür, wie nah diese Ausstellung am Bürger ist – sie handelt nicht nur von Geschichte, sondern von Erinnerungen: In welchem Jahr wurde der Eissportclub Dachau gegründet? Wann wurde die erste Kunsteisbahn eröffnet? Und seit wie vielen Jahren existiert die Dachauer Skischule? Das sind Fragen, die man beim Schneekristall-Quiz beantworten muss. Wer alle Antworten weiß und das Fragenblatt an der Museumstheke abgibt, nimmt übrigens an einer Verlosung teil; Ziehung ist am 7. April, am letzten Tag der Ausstellung.

Die Ausstellung

„Winterfreuden“ im Bezirksmuseum ist bis zum 7. April geöffnet. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag von 13 bis 17 Uhr. Die nächste Führung wird am 26. Dezember von 15 bis 16 Uhr angeboten.

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