Autos beschädigt: War Bruder der Täter?

Karlsfeld - Ein 31-jähriger Karlsfelder musste sich in einer Schöffensitzung vor dem Amtsgericht Dachau verantworten.

Doch der Prozess endete mit dem Beschluss, die Verhandlung zu unterbrechen. Ein DNA-Test soll nun Klarheit schaffen.

Dem Karlsfelder Angeklagten wurde zu Last gelegt, im Juni vergangenen Jahres in Karlsfeld den Transporter und das Auto seiner Schwester beschädigt zu haben. Laut Anklage soll der 31-Jährige erst die Reifen am Transporter aufgestochen haben. Dann soll er die Außenspiegel abgetreten und die Windschutzscheibe mit einem Sonnenschirmständer eingeschlagen haben. Anschließend soll er einen Karton im Inneren des Transporters in Brand gesetzt haben.

Danach ging der Mann laut Anklage zum Auto seiner Schwester. Dort soll er ebenfalls die Reifen aufgeschlitzt und die Außenspiegel abgetreten haben. Der Sachschaden betrug am Transporter rund 8000 und am Pkw 2000 Euro.

Der Angeklagte hatte den Transporter vor seiner Wohnung in Karlsfeld geparkt, denn er arbeitet in der Firma seiner Schwester.

Die beiden geladenen Zeugen, Beamte der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, erklärten dann: „Als wir am Tatort eintrafen, haben wir die Schwester verständigt. Sie war sofort der Meinung, dass es ihr Bruder gewesen sein muss.“ Ein Streit über seinen exzessiven Alkoholkonsum sei der Tat vorausgegangen.

Doch hier lag der Haken, der schließlich zur Unterbrechung der Verhandlung führte: Der Angeklagte war damals aufgrund starken Alkoholkonsums am Nachmittag im Schwabinger Klinikum aufgewacht, „ohne jegliche Erinnerung an die vergangene Nacht“, wie er vor Gericht sagte. Sanitäter hatten den Volltrunkenen ins Krankenhaus gebracht.

Zudem machte seine Schwester, ebenfalls als Zeugin zum Prozess geladen, während der Verhandlung keine Angaben mehr. Amtsrichter Tobias Bauer will deshalb die Verhandlung erst wieder aufnehmen, wenn das Ergebnis aus einem DNA-Abgleich des Angeklagten mit Blutspuren am Sonnenschirmständer vorliegt. (map)

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