Prozess-Auftakt

Nach diesen brutalen Überfällen kann Taxi-Fahrerin nie wieder arbeiten

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Gabriele S. wird nie mehr ein Taxi steuern. Zweimal schon wurde sie überfallen ist seitdem arbeitsunfähig. Gestern musste sie vor Gericht alles erzählen, was ihr im Februar 2016 passiert war.

Markt Indersdorf – Sebastian P. (35), Rumäne, war durch Zufall nach Dachau gelangt. Daheim im Schwarzwald hatte es Stress gegeben mit seiner Frau, wieder einmal, weil er das Saufen nicht lassen konnte. Wütend verließ er die eheliche Wohnung, setzte sich betrunken ins Auto und fuhr nach München, wo zwei Freunde lebten. Unterwegs steuerte er den Wagen in den Graben, humpelte an Bein und Schulter verletzt zum nächsten Gasthof und fuhr von dort per Anhalter weiter. Mit dem Zug wollte er zurück zu seiner Frau. Die Fahrt endete in Dachau, weil er keine Fahrkarte gelöst hatte.

Die letzte Taxifahrt ihres Lebens

Am Bahnhof stand Gabriele S. mit ihrem Taxi. Sie hatte eine Vorbestellung zum Münchner Flughafen und checkte per Handy, ob der Flieger pünktlich sein würde. In dem Moment setzte sich der Angeklagte ins Auto. Er wollte nur zum OBI. Die 54-Jährige fuhr los, nicht ahnend, dass es die letzte Taxifahrt ihres Lebens sein würde.

Der Angeklagte dirigierte sie unter fadenscheinigen Argumenten nach Markt Indersdorf. Er sprach nur Englisch. Danach suchte er ein Restaurant, tatsächlich aber suchte er nur einen geeigneten Waldweg, um Gabriele S. auszurauben und aus dem Wagen zu werfen. Als er ihr schließlich die Hand auf die linke Schulter legte und sie an sich heranzog, war ihr das furchtbar unangenehm. Sie schaltete die Innenbeleuchtung an und sah, dass er ein Messer in der Hand hatte. Todesangst packte sie. Auf einem Waldweg hielt sie an, zog den Schlüssel ab und stieg aus. Der Fremde kam ihr hinterher. Es gab ein Gerangel, sie versuchte sein Messer abzuwehren und erlitt Schnittverletzungen. Als sie zu Boden ging, trat er ihr mehrmals gegen den Kopf. Schließlich zog er ihr den Schlüssel aus der Hosentasche und fuhr mit dem Auto davon.

Unter Schock rannte sie ihrem Taxi hinterher

Unter Schock rannte die 54-Jährige hinterher, „um ihre Existenz zu retten“. Doch sie kam nur bis zur nächsten Straße, wo sie ein Taxlerkollege aufgabelte, der zufällig vorbeigefahren war. Er alarmierte Polizei und Krankenwagen. Sebastian P. wurde nicht mehr gefasst.

Der Rumäne fuhr wild umher. Nach Hause fand er nicht. Das Taxi wurde später in der Nähe von Trier gefunden, mit Motorschaden. Der 35-Jährige hatte Benzin statt Diesel getankt. Mit dem Zug versuchte er nach München zu gelangen und wurde erneut beim Schwarzfahren erwischt. Die Polizei nahm seine erkennungsdienstlichen Daten auf. Die überführten ihn schließlich. Nur wenige Wochen später wurde er in Rumänien festgenommen.

2010 wurde ihr ein Kabel um den Hals gelegt

Die Tat räumte er zu Prozessauftakt vor dem Landgericht München II ein. Allerdings versuchte er sie mit vielerlei Trunkenheitsgeschichten zu schmücken, sprach von Tequilaflaschen, die er angeblich sonntags gekauft und ausgetrunken hatte. Trotz des von ihm geschilderten Saufgelages konnte er problemlos den Wagen von Gabriele S. steuern. Die Trunkenheit nahm ihm keiner ab.

Gabriele S. war 2010 schon einmal überfallen worden. Der Fahrgast legte ihr ein Kabel um den Hals. Das riss. Er wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Der Prozess dauert an.

Rubriklistenbild: © dpa

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