Baulandausweisung soll teurer werden

Petershausen - Spielregeln für die Baulandentwicklung werden derzeit in Petershausen entwickelt. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wo gebaut werden darf.

Früher traten Eigentümer von Äckern, die zu Bauland wurden, zwar die Flächen für die Straßen ab, aber die Kommunen blieben auf den Folgekosten für Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehrhäuser und Sporteinrichtungen sitzen. Das soll sich nun auch in Petershausen ändern.

Wie, zeigte eine Infoveranstaltung in der Schulaula auf. „Im historischen Schnitt kann die Gemeinde Petershausen pro Jahr eine Million Euro investieren, vom Feuerwehrauto bis zum Schlagloch“, erläuterte Petershausens Bürgermeister Marcel Fath. „Ein Kindergarten für 3,5 Millionen Euro ist aus dieser Quelle nicht zu bezahlen.“ Deshalb müsse er Folgekosten auch mit Krediten vorher durchrechnen.

Gleiches Recht für alle Grundeigentümer, die letztlich das Sagen haben, ob eine Fläche Bauland werden soll, ist laut Fath oberste Prämisse. Doch das Monopol bei der Frage, ob und wo Bauland entstehen soll, hat die Gemeinde.

Ob Petershausen überhaupt wachsen soll, beleuchtete der Geograph und Stadtplaner Dr. Volker Salm aus München: „Wenn Sie nicht wachsen wollen, werden Sie schrumpfen. Sie sind auf Zuzug angewiesen, wenn Sie eine junge Gemeinde bleiben wollen.“ Petershausen liege nun einmal in der Zuzugsregion Oberbayern.

Laut Fath müuss die Gemeinde Daseinsvorsorge betreiben, etwa für Konjunktureinbrüche oder Altersarmut. Dazu müsse die Gemeinde, die bislang über keine größeren eigenen Flächen verfügt, laut Verwaltungsrechtsfachanwalt Klaus Hoffmann bei Baugebieten von über 2000 Quadratmetern ein Drittel erwerben. Damit soll sie städtebauliche Ziele absichern.

Dabei wird nicht von einem Acker, sondern von Bauerwartungsland ausgegangen, das zwischen 25 und 40 Prozent des Preises für Bauland liegt. Allerdings trage die Gemeinde dann auch ein Drittel der Folgekosten. Fath meinte: „Wir sitzen dann in einem Boot und müssen gemeinsam rudern.“

Wenn die Gemeinde ein Gesamtkonzept erarbeitet, und da ist sie gerade dran, kann sie auch mehrere kleinere Flächen in einer Gesamtschau berücksichtigen. Die Grundeigentümer müssten die Folgelasten dann solidarisch gemeinsam tragen.

Fath wies darauf hin, dass Bauland sich nur dann gut vermarkten lasse, wenn von der Gemeinde die erforderliche Infrastruktur geschaffen werde. Deshalb müssten alle an einem Strang ziehen. Die Grundeigentümer forderte er auf, mit ihm in Gespräche einzutreten und vor allem ihre eigenen Ziele früh schriftlich zu formulieren. Das könne auch gemeinsam mit Nachbarn erfolgen. Allen Eigentümern versprach Fath Gleichbehandlung und ein transparentes Verfahren.

Am 26. März will der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss fassen. Im Herbst werde mit den Bürgern beraten, wie und wo Petershausen wachsen solle. Ein Baulandentwicklungsprozess dauert rund ein Jahr. Doch das hindere die Gemeinde nicht, schon vorher die Baulandentwicklung auf den Weg zu bringen. (rds)

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