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Karl Hopfner eröffnete die Wanderausstellung „Verehrt – verfolgt – vergessen“ und möchte dadurch auch den jüngeren Menschen das Thema Holocaust nahebringen.

Wanderausstellung in der Versöhnungskirche Dachau

FC Bayern kämpft gegen das Vergessen

FC-Bayern-Präsident Karl Hopfner hat am Mittwoch die Wanderausstellung „Verehrt – verfolgt – vergessen“ in der Versöhnungskirche eröffnet. Dort wird das Schicksal von neun Opfern des Nationalsozialismus beim FC Bayern dokumentiert. Hopfner will mit dem Fanclub Schickeria gegen das Vergessen kämpfen.

Mehrere Fernsehkameras, vom Bayerischen Rundfunk, sky, münchen TV und sogar von RTL, stehen am hinteren Ende des Ausstellungsraumes in der Versöhnungskirche. Rund 30 Journalisten warten aufgeregt mit Handmikrofonen und großen Fotokameras auf Karl Hopfner, den Präsidenten des FC Bayern. Dann schreitet er durch die Tür, hin zum Redepult mit dem eigens für den Auftritt montierten, roten Clubmikrofon: Es wird auf einmal ganz leise im Raum, und das Blitzlichtgewitter der Fotografen nimmt seinen Lauf, wie bei den Auftritten des FCB-Präsidenten üblich. 

Doch heute stehen die Gefängnisentlassung von Uli Hoeneß oder die schwere Verletzung von Abwehrchef Jérôme Boateng nicht im Fokus. Es geht um die Vereinsgeschichte von 1933 bis 1945 des „Judenclubs“ – denn als solcher wurde der FC Bayern während der Nazizeit beschimpft. 

Insgesamt 56 Mitglieder des Vereins wurden nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 Opfer der Nationalsozialisten, 16 davon waren im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, drei von ihnen sind dort auch gestorben.

 Deshalb sind nun stellvertretend für alle Opfer neun Porträts von politisch und religiös Verfolgten während des zweiten Weltkrieges in der Versöhnungskirche ausgestellt. „Es soll ein mahnendes Beispiel dafür sein, dass diese Ausgrenzung und Entwürdigung von 1933 bis 1945 nie mehr geschehen darf“, betonte Karl Hopfner mit seiner ruhigen und bedächtigen Stimme, „durch diese Sonderausstellung in Dachau sollen möglichst unterschiedliche Gruppen Zugang zum Holocaust finden.“ 

Denn lange Zeit waren die Namen der jüdischen Opfer in Vergessenheit geraten, erklärte Diakon Klaus Schultz: „Manches geht verloren und manches braucht eben Zeit, wiederentdeckt zu werden.“ Schultz legte am gestrigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eine Gedenkminute für die drei verstorbenen Häftlinge des FC Bayern im Konzentrationslager Dachau ein. Später lobte Schultz den Umgang des Vereins mit seiner Vergangenheit: „Aber der FC Bayern kann stolz sein, dass er diesen Teil seiner Vereinsgeschichte nach langer Zeit wieder aufgearbeitet hat.“ 

Vor allem der Bayern-Fanclub „Schickeria“ trug vor rund sieben Jahren maßgeblich dazu bei, dass das Team des Vereinsmuseums „Erlebniswelt“ gemeinsam mit dem Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau die Geschichte der jüdischen Opfer aufarbeitete: „Der FC Bayern war schon immer ein weltoffener und liberaler Verein“, erklärte Präsident Karl Hopfner. Bereits im Jahr 1913 wurde Kurt Landauer – ein echter Urbayer aus München mit jüdischen Wurzeln – zum Präsidenten gewählt. Später trat er aufgrund des Drucks durch die Nazis freiwillig von seinem Amt zurück, „um weiteren Schaden vom FC Bayern abzuwenden“, las Karl Hopfner aus Landauers Erklärung vor. Der Neffe des heutigen FCB-Ehrenpräsidenten, der 93-jährige Uri Siegel, lauschte aufmerksam Hopfners Worten. 

Die Wanderausstellung wird bis Mai in der Versöhnungskirche zu sehen sein. Später können sie Ausstellungshäuser, Fanclubs oder Schulen kostenfrei ausleihen. Denn die Ausstellung sei „beispielhafter Geschichtsunterricht, und die Namen der Opfer dürfen nicht vergessen werden“, so Bayernpräsident Karl Hopfner. „Als ich in die Schule ging, ich bin 52 geboren, dann können Sie sich’s ausrechnen, war dieses Thema noch komplett tabu. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt daran arbeiten.“ 

Später gingen die anwesenden Sportjournalisten aber doch dazu über, den Präsidenten über Hoeneß und Boateng auszuquetschen.

Anna Schwarz

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