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Die Bagger waren schon fleißig: Der Seitenpavillon wurde bereits abgerissen. Weitere Gebäude der alten Schule sollen demnächst noch folgen.

Verbandsgrundschule München-Karlsfeld

Die Abrissarbeiten haben begonnen

Bei der Verbandsgrundschule München-Karlsfeld sind die Bagger angerückt: Die Abbrucharbeiten der alten Gebäude haben begonnen. Bis Ende 2023 entsteht ein neues Schulhaus - mit einem zukunftsweisenden pädagogischen Konzept. 

Karlsfeld – Vor genau vier Jahren gab es für Ursula Weber eine erfreuliche Nachricht: Die 50 Jahre alte und stellenweise arg ramponierte Verbandsgrundschule München-Karlsfeld wird nicht saniert, sondern gleich neu gebaut. „Es ist natürlich toll, wenn man so eine moderne Schule bekommt“, sagt die Rektorin und CSU-Gemeinderätin heute. Aber sie weiß auch: Die Zeit bis Ende 2023, wenn alles fertig sein soll, wird eine Herausforderung. Denn der Schulbetrieb läuft während der Bauphase weiter.

Mittlerweile haben die ersten Vorarbeiten begonnen. Bagger rückten an, der Seitenpavillon wurde abgerissen. Weitere Gebäude der alten Schule werden folgen, nur die Turnhalle bleibt stehen und wird weiter genutzt.

Bauherrin ist die Landeshauptstadt München. Sie hat das Landshuter Architekturbüro Leinhäupl und Neuber mit dem Projekt betraut.

An der Schulstraße in Karlsfeld wird eine sechszügige Schule für rund 600 Kinder gebaut. Zum Vergleich: Heute besuchen rund 300 Mädchen und Buben aus München und Karlsfeld die Verbandsgrundschule.

Eine Besonderheit der neuen Schule wird das pädagogische Konzept sein. Entstehen soll ein so genanntes Lernhaus, das ein zukunftsweisendes Raum- und Pädagogikkonzept ermöglicht. In vielen Münchner Schulen wird es schon umgesetzt. Das Lernhaus-Konzept beinhaltet Ganztagesbetreuung und Inklusion und es bedeutet: weg vom Frontalunterricht, weg vom kleinen, abgeschotteten Klassenzimmer. Die Kinder sollen – ähnlich wie in Montessori-Schulen – in kleinen Gruppen lernen, und das in einer offenen und transparenten Umgebung.

Die Mensa des Neubaus wird als Versammlungsstätte ausgebaut, sie soll auch für externe Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Das Hausmeistergebäude wird durch eine neue Hausmeisterwohnung im Neubau ersetzt. Auch die Außenanlagen werden komplett neu gestaltet, unter anderem mit Pausenhof, Verkehrsparcours, Schulgarten und Fahrradstellplätzen. Die Landshuter Architekten wollen in ihrer Planung besonders auf den reichhaltigen Baumbestand auf dem Schulgelände achten. Daher liege der Neubau in weiten Teilen deckungsgleich mit den Bestandsbauten, „um diese Naturoase zu schützen“, so das Architekturbüro.

Karlsfeld bekommt demnach in den nächsten Jahren zwei neue, hochmoderne Grundschulen. Der Unterschied: Während die Gemeinde Karlsfeld den rund 34 Millionen Euro teuren Neubau an der Krenmoosstraße selbst finanzieren muss, bleibt für sie die neue Verbandsgrundschule zunächst kostenfrei. Zunächst. Denn die Gemeinde muss der Landeshauptstadt München Miete zahlen.

Und die dürfte angesichts der rund 40 Millionen Euro Baukosten um ein Vielfaches über dem liegen, was damals fällig war, als die Kunde vom Neubau kam. Das waren 78 000 Euro im Jahr.

Thomas Leichsenring

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