Bebauungsplan Deutenhofen

Hühner als Nachbarn

Seit etwa 10 Jahren wird der Bebauungsplan Deutenhofen-Ost zwischen Landratsamt und dem Markt Altomünster hin- und hergeschoben. Immer wieder dreht es sich dabei um die Frage: Ist hier ein Wohn- oder Mischgebiet?

Das Bebauungsplanverfahren im Nordosten Deutenhofens ist eine zähe Angelegenheit. Am Dienstagabend hatte der Gemeinderat Altomünster die Pläne wieder auf dem Tisch. Das Gremium wollte den Flächennutzungsplan ändern und gleichzeitig das Areal um fünf Bauparzellen vergrößern. Der Antragsteller will diese für seine vier Kinder nutzen. Das Problem: Die Fläche war als Dorfgebiet ausgewiesen, „sieht aber wie Wohnbebauung aus“, so Bürgermeister Anton Kerle. Deswegen könnten Schwierigkeiten mit den umliegenden Landwirten auftreten, befürchtet das Landratsamt.

Einem der Landwirte, der bisher schon Fasane züchtet, gab der Bauausschuss in seiner Sitzung auch noch grünes Licht für einen Geflügelstall (wir haben berichtet).

Deswegen kam jetzt eine neue Idee ins Spiel: Durch Einbeziehung einer zusätzlichen Fläche weiter südlich mit Hallen könnte das Areal zum „Dorfgebiet“ erklärt werden, was eben die höheren Emissionen erlaubt.

Dies stieß Josef Riedlberger (CSU) sauer auf. „Dieses Konstrukt stellt den Mischgebietscharakter nicht dar. Wo, wenn nicht am Ortsrand, sollte sich ein landwirtschaftlicher Betrieb denn entwickeln können“, wehrte er sich leidenschaftlich gegen das Baugebiet.

Planer Josef Obeser (Freie Wähler) hielt Riedlberger entgegen, dass der Flächennutzungsplan bereits 2006 eine bauliche Entwicklung auch für Deutenhofen vorgesehen habe. Alle Gemeinderatsmitglieder hätten diese Beschlüsse – Obeser zitierte einige davon – mitgetragen. Einstimmig sei auch der Beschluss im Jahr 2011 für die Aufstellung dieses Bebauungsplans gefallen. Riedlberger konterte: „Wenn ich in neun Jahren meine Meinung nicht ändern kann, muss ich meinen Puls fühlen, ob ich noch lebe.“ Auch Obesers Einwand, der Grundstücksbesitzer habe schon einen fünfstelligen Betrag in die Planungen investiert, ließ Riedlberger nicht gelten und fand Zustimmung bei Josef Haltmayr (SPD): „Das ist das Problem des Bauwerbers, nicht unseres.“

„Wir haben uns damals für Wohnentwicklung auch in den Dörfern entschieden. Das sollten wir jetzt fortführen“, setzte Geschäftsleiter Christian Richter einen Schlusspunkt unter die Debatte, in der auch argumentiert wurde, im wesentlichen doch den Hauptort stärken zu wollen.

Am Ende sprach sich der Marktgemeinderat gegen vier Stimmen dafür aus, den Umgriff des Bebauungsplans zu erweitern und die Fortschreibung des Flächennutzungsplans zu ändern, da das südliche Grundstück nur als landwirtschaftliche Fläche dargestellt ist.

Sabine Schäfer

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