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Rathaus Petershausen

Genehmigung ist überfällig

Petershausen - Vor 30 Jahren ist die Schule Petershausen zum Rathaus umgewandelt worden. Jetzt gibt es Schwierigkeiten. Wegen neuer Brandschutzauflagen. Denn eigentlich fehlt für diese Nutzung die Genehmigung, sagt das Landratsamt.

Spätestens seit dem 1. Juli 2015 wissen Petershausens Gemeinderat und Bürgermeister Marcel Fath (FW), dass das seit 30 Jahren stattfindende Rat-hausgeschehen in dem ehemaligen Schulgebäude nie genehmigt wurde. Jetzt pochte das Landratsamt Dachau noch einmal darauf und auf die Einhaltung neuer Brandschutzbestimmungen.

Ein Konzept habe die Gemeinde beim jüngsten Gespräch mit dem Landratsamt bereits vorgelegt, so Bürgermeister Marcel Fath (FW) bei der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause. Das Landratsamt verlangte nämlich eine Feuerbeschau zusammen mit einem zugelassenen Brandschutzsachverständigen, dem Bezirkskaminkehrermeister und eventuell dem Kommandanten der Feuerwehr Petershausen. „Wenn die vorliegt, müssen wir handeln, egal was dann da drin steht“, sagte Fath.

Aber das könnte für die Kommune teuer werden. Ein rauchfreies Treppenhaus zum Beispiel sei ohne einen massiven Umbau des Rathauses gar nicht möglich. Zugleich erklärte der Gemeindechef, gebe es staatliche Fördergelder nur nur für den Umbau des Rathauses in ein Bürgerhaus, aber keinen einzigen Cent für einen Rathausumbau aus anderem Grund.

Eine fehlende Kostenaufstellung bemängelte Bernhard Franke (SPD). Fath entgegnete, die hätten alle Gemeinderäte erhalten. Geschäftsleiterin Irene Reichel ergänzte, die habe im Dokumentations-Anhang gestanden. Das wollte Gerhard Weber (CSU) nicht so stehen lassen: „Da war nur eine Zahl drin in Höhe von 2,8 Millionen Euro.“ Generell verlangte Weber vor einer Abstimmung zuerst das Brandschutzgutachten vorzulegen. Marcel Fath erinnerte daran, dass er als Bürgermeister nur über Ausgaben bis zu 20 000 Euro ohne Gemeinderat verfügen dürfe. Andererseits wolle er aber jetzt die Sommerpause für erste Maßnahmen nutzen.

„Wir könnten ja diese Maßnahme genehmigen, aber keinen Blankoscheck ausstellen“, sagte Inge Dinauer (FW). „Aber genau den brauche ich“, entgegnete Fath. Doch Gerhard Weber wehrte sich dagegen, einem Blankoscheck über etwa eine halbe Millionen Euro zuzustimmen. „Das würde ich niemals machen“, versicherte Fath. Der Gemeinderat solle seine Zustimmung an eine bestimmte Auftragshöhe binden, forderte stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) daraufhin.

Aus Feuerwehrsicht meldete sich auch zweiter Kommandant und Gemeinderat Jürgen Junghans (CSU) zu Wort: „Beide Treppenhäuser und alle Türstöcke im Rathaus sind aus Holz. Alle Böden sind aus PVC. Wir reden hier nicht nur über 20 000 Euro, sondern über hunderttausende von Euros.“ FW-Fraktionsvorsitzende Andrea Stang meinte dazu: „Es muss ja nicht alles sofort gemacht werden. Wir sollten das mit Vernunft und Verstand angehen.“

Nach langer Diskussion beauftragte der Gemeinderat Petershausen die Verwaltung schließlich einstimmig damit, die vom Landratsamt Dachau verlangte Feuerbeschau durchzuführen. Um einen zweiten feuerungefährlichen Rettungsweg zu schaffen, wird außerdem die nicht mehr benötigte Gerüsttreppe des Arche-Noah-Kinderhauses am Rathaus wieder aufgebaut.

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