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„Aufräumarbeiten“ in der ausverkauften Post: Max Uthoff bei seinem Auftritt in Schwabhausen.

Max Uthoff in der Schwabhauser Post

Charmant und schonungslos

Schwabhausen - Max Uthoff redet nicht um dem heißen Brei herum. Max Uthoff redet um gar nichts herum. Der Kabarettist, der vor allem durch die Fernsehserie „die Anstalt“ bekannt ist und schon so manchen Preis abgeräumt hat, war in der ausverkauften Schwabhauser Post zu sehen.

Uthoff spricht an, was sich andere nicht einmal zu denken trauen. Formuliert dabei so klar und deutlich, so präzise und treffsicher. Mit seinem Programm „Gegendarstellung“ räumt er auf mit Vorurteilen, Lügen, falschen Politikern. Mit Deutschland.

Ob Merkel, „die Christ-Tussi“, oder Dobrindt, „der größte Woody-Allan Fan der Stadtsparkasse Dingolfing“, noch nie sei Politik so humorvoll gewesen. So satirisch. So pechschwarz und ehrlich, dass einem vor lauter Schonungslosigkeit wohl so mancher Lacher im Halse stecken bleibt.

Warum Seehofer so wichtig für die CDU ist? „Merkel sagt etwas. Seehofer sagt etwas. Und plötzlich erscheint uns das, was unsere Bundeskanzlerin von sich gegeben hat, mächtig klug.“ Was Uthoff zur Flüchtlingskrise meint: „Es kam sehr überraschend. Kaum herrscht 30 Jahre Bürgerkrieg, schon stehen die Flüchtlinge vor unserer Tür.“

„Lügen bleiben Lügen, egal wie oft man sie hört.“ In seinem Programm, gespickt von Zitaten von Wirtschaftsvertretern, Ökonomen und Politikern, so perfide und diabolisch aneinandergereiht, spricht er nur die Wahrheit aus. Uthoff übertreibt nicht.

„Es handelt sich nicht nur um zehn NSU-Morde, bisher waren es 173 unaufgeklärte Morde an überwiegend Menschen türkischer Abstammung in Deutschland“, klärt Uthoff auf. Die Dunkelziffer läge sogar bei bis zu 800 Opfern. „Und wenn dann wieder ein Verbrechen in einem Asylheim begangen wird, mit rechtsradikalen Parolen und Symbolen an den Wänden, dann ermittelt die Polizei in alle Richtungen“, so Uthoff weiter. „Wenn sie nämlich nur nach rechts ermitteln würden, würden sie letztlich im Kreis gehen und irgendwann bei sich selbst wieder ankommen.“

Doch nicht nur die Polizei, Politiker oder Wirtschaftsvertreter werden von Uthoff angegriffen. „Alle Religionen sind gleich zu verachten.“ Ob das katholische Zölibat („wenn Sie wollen, dass ein Mann enthaltsam lebt, sollten Sie ihn erst recht heiraten lassen“) bis hin zur muslimischen Vorstellung des Paradieses, in dem 72 Jungfrauen warten: „Wie um Himmels Willen sehen die aus, dass sie alle noch Jungfrau sind?“ Was Max Uthoff aber noch mehr stört: „Ich würde nicht einmal eine wollen, die nicht weiß, wie es geht.“

Max Uthoff ist und bleibt eben schonungslos. Doch nicht an allem hat der Kabarettist etwas auszusetzen: „Wir sollten uns alle mal entspannen. Selbst wenn wir alle Menschen aufnehmen würden, die sich gerade auf der Flucht befinden, etwa sechs Millionen, dann hätte Deutschland immer noch eine geringere Bevölkerungsdichte als Holland.“

Dass Max Uthoff Kabarettist oder vielmehr Satiriker geworden ist, daran ist nur eines zu bedauern: An dem charmanten, schonungslosen Mittvierziger ist ein genialer Politiker verloren gegangen.

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