Fünf Schauspieler eines Theaters in Bürokleidung
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„Maier, Wagner, Schmitt“: Im Hoftheater wird endlich wieder vor Publikum gespielt. Von links: Jürgen Füser, Julia Rieblinger, Ansgar Wilk, Annalena Lipp und Stephan Roth.

Nach monatelanger Pause wird endlich wieder gespielt

„Maier, Wagner, Schmitt“: Hoftheater Bergkirchen eröffnet mit Bürokomödie

Nach mehr als einem halben Jahr öffnet das Hoftheater Bergkirchen seine Pforten. Auftakt machte die urkomische Bürokomödie „Maier, Wagner, Schmitt“.

Bergkirchen – Nach sieben Monaten und elf Tagen ohne Vorstellungen hat sich im Hoftheater Bergkirchen endlich wieder der Vorhang gehoben. Grund zur Freude für das Ensemble, wieder spielen zu dürfen, und für das Publikum, wieder in schöner Atmosphäre und nah an der Bühne Theaterluft zu schnuppern. Der Auftakt ist mit der Premiere der urkomischen Bürokomödie „Maier, Wagner, Schmitt“ von Stephan Eckel hervorragend gelungen. Neben dem Vergnügen über menschliche Unzulänglichkeiten wird nicht ausgespart und anschaulich demonstriert, was es heißt, ausgemustert zu werden. Als Symbol nutzt der Autor das klaffende Loch in der Außenwand.

Flotte und witzige Inszenierung über Büroalltag

Ansgar Wilk hat das unterhaltsame Stück über die Absurdität im Arbeitsleben flott und witzig inszeniert, und Ulrike Beckers führt mit ihrem Bühnenbild in die Welt der Akten, wo der Streit um Kompetenzen, Zuständigkeiten und Befindlichkeiten eskaliert. Im Mittelpunkt steht Frau Schmitt, die sich als langjährige Sachbearbeiterin aufgeopfert hat, jedes Detail kennt und beispielsweise eine eigene Ablage „W“ für Witze hat. Mit dem Humor ist das eine andere Sache. In ihren tristen Alltag tröstet sie außer Rum die Gewissheit: „Ohne Leiden keine Erlösung“.

In dieser Rolle kehrt Julia Rieblinger nach Jahren wieder ans Hoftheater zurück und besticht in ihrer Darstellung, wie sie, versteckt zwischen Akten, ohne eine Miene zu verziehen, beobachtet, was sich verändert, und kleine Bosheiten von sich gibt.

Kalt lässt sie längst das klaffende Loch in der Außenwand, um das sich alles dreht. Entsetzt darüber ist Herr Maier vom Außendienst (Stephan Roth). Der überforderte Abteilungsleiter Schneider (Ansgar Wilk) hat offensichtlich seinen Laden nicht im Griff. Was da alles zutage tritt, ist für den korrekten Geschäftsführer Wagner (Jürgen Füser) unvorstellbar: „Strategische Lösungen müssen her“.

Damit kommt Frau Kleinschmitt (Annalena Lipp) als Mentalcoach ins Spiel. Sie beginnt, um die Bürogruppe dynamisch voranzubringen, mit vertrauensbildenden Maßnahmen, die zunächst gründlich fehlschlagen.

Überraschung kommt im dritten Akt

Doch dann kommt die Überraschung im dritten Akt: Das Büro hat einen Rechner! Mit dem Wunderwerk kennt sich aber nur der junge Herr Maier aus. Das Teufelszeug Internet gibt es aus Datenschutzgründen nicht, die Akten sind vernichtet, und Frau Schmitt wird nicht mehr gebraucht. Dann das Inferno: Der Computer brennt, alle Daten gelöscht. Zum Schluss verlässt Frau Schmitt, ohne überhaupt noch wahrgenommen zu werden, durch das größer gewordene Loch in der Wand endgültig die ihr fremd gewordene Welt. „Es ist gut so“, sagt sie nachdenklich.

Stück steht bis Anfang Juli auf dem Spielplan

Mit lang anhaltendem Beifall haben sich die beglückten Zuschauer für die mit Gags gespickte, kurzweilige Aufführung bei den Darstellern für ihre Spielfreude und den Einfallsreichtum bedankt. Bis zum 2. Juli steht das Stück auf dem Spielplan. Karten gibt es unter der Telefonnummer 0 83 1/32 64 00 oder per E-Mail an mail@hoftheater-bergkirchen.de.

Ingrid Koch

Das Landkreiswetter

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