Der alte Pfarrhof in Kreuzholzhausen verkommt allmählich.  
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Der alte Pfarrhof in Kreuzholzhausen verkommt allmählich.  

Heimatforscher Hubert Eberl ärgert sich: Renovierung ist wohl nicht mehr sinnvoll

Alter Pfarrhof in Kreuzholzhausen verkommt

Kreuzholzhausen – In Zusammenhang mit der Recherche über den beliebten, unkonventionellen Kreuzholzhauser Pfarrer Leonhard Modlmayr (wir haben berichtet) hat Heimatforscher Hubert Eberl den dortigen Pfarrhof in Kreuzholzhausen ins Visier genommen und seinem Ärger Luft gemacht: „Wenn ich das alte Pfarrhaus in Kreuzholzhausen sehe, kriege ich immer einen roten Kopf.

Die verantwortliche Liegenschaftsverwaltung im Ordinariat lässt dieses Haus seit Jahrzehnten verkommen. Eine Renovierung dürfte mittlerweile nicht mehr sinnvoll sein.“

VON INGRID KOCH

Bewohnt war es seines Wissens bis etwa 1995. Auch Pfarrer Egid Schierer habe darin übergangsweise längere Zeit gewohnt (bis Mitte der 90er Jahre), denn bei der Ankunft in Bergkirchen habe das hiesige Pfarrhaus erst renoviert werden müssen.

„Es verkommt ohne irgendwelchen Nutzen“, so Eberl weiter. Und: „Was der Hintergrund einer derartigen Politik ist, ist mir ein Rätsel. Wenn man in dieser Sache das Ordinariat anschreibt, kriegt man nie eine Antwort. Das ärgert mich derart, dass ich mich schon vor längeren Jahren dazu entschlossen habe, nichts mehr für kirchliche Zwecke zu spenden.“ Er spende nurmehr für örtliche kirchliche Belange, etwa die Kirchenheizung am Ort. Dabei ist Eberl ehrenamtlich seit seiner Jugend auf vielfältige Weise in seiner Bergkirchner Kirchengemeinde St. Johann Baptist im Einsatz.

Hintergrund: Das Pfarrhaus in Kreuzholzhausen, Am Kirchberg 2, südlich der Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilig Kreuz, ist ein geschütztes Baudenkmal. Im Zuge der dortigen Dorferneuerungsmaßnahmen 2005 war die Sanierung des Pfarrhofs ein Hauptanliegen der Arbeitskreise. Im Jahre 2009 gab es konkrete Pläne zur Sanierung mit einem Anbau für einen Versammlungsraum für etwa 100 Personen samt Küche, Toiletten und Umkleideräumen.

Im Erdgeschoss des bestehenden Gebäudes waren Pfarrbüro, die erweiterte Bücherei, ein Gruppenraum für Musikunterricht und kirchliche Veranstaltungen angedacht, im Ober- und Dachgeschoss Wohnungen geplant.  

Sogar ein möglicher Belegungsplan lag vor. Der damalige Bürgermeister Simon Landmann erklärte, dass es nach dem Stand der Verhandlungen mit dem Ordinariat gut aussehe. Die Kirche überlasse das Areal lieber der Gemeinde als einer Privatperson, auf der üblichen Basis mit Erbbaurecht für 75 Jahre. Die Kosten für die Baumaßnahmen müssten allerdings im Rahmen bleiben. Der Keller des Pfarrhofs werde im Zuge der Kanalarbeiten im Dorf gleich mit entwässert, die fixen Kosten von der Gemeinde bezahlt, der Unterhalt müsse aufgebracht werden. Bis 2011 befand sich die Bücherei im Gebäude.

Doch aus den ehrgeizigen Zielen wurde nichts, das Ordinariat hatte andere Pläne mit dem Grundstück. „Leider haben wir in der Kirchenstiftung vor Ort trotz Nachfrage Anfang des Jahres noch nichts Wesentliches aus dem Ordinariat erfahren. Es scheint sich noch nichts zu bewegen“, teilt Florian Preißer, Verwaltungsleiter des Pfarrverbands Bergkirchen-Schwabhausen auf Nachfrage mit.

Und auch Bürgermeister Robert Axtner sagt: „Mir sind derzeit keinerlei Planungen im Zusammenhang mit dem Pfarrhof bekannt.“

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