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Mit zwei Kränen wurde der Auflieger geborgen, nachdem die giftige Flüssigkeit abgepumpt worden war.

Grosseinsatz auf der A 8 zwischen Sulzemoos und Dachau

Am Steuer des Gefahrgut-Lkw eingeschlafen

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Der Fahrer eines Gefahrgut-Lkw ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf der A 8 von der Fahrspur abgekommen und hat die Leitplanke durchbrochen. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war die halbe Nacht lang im Einsatz, Tausende Pendler standen im Stau. Die Unfallursache war Sekundenschlaf, so die Polizei.


Bergkirchen – Der 35-jährige Fahrer des Gefahrgut-Lkw war am Donnerstag gegen 23.35 Uhr auf der A 8 in Richtung München unterwegs, im Tankauflieger befanden sich rund 23 Tonnen einer giftigen und leicht entzündlichen Flüssigkeit. Zwischen Sulzemoos und dem Parkplatz Fuchsberg muss er eingeschlafen sein, wie die Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck vermutet: Der Donauwörther kam nach rechts von der Straße ab. Sein Lastwagen durchbrach die Leitplanke und riss mehrere hundert Meter der Absperrung mit. Im Grünstreifen blieb er stehen.

Der Fahrer hatte einen Schutzengel: Er konnte den Lkw ohne Verletzungen verlassen. Die Zugmaschine wurde laut Polizei stark beschädigt. „Eine Beschädigung des Tankaufliegers, in dem ein entzündbarer und giftiger Stoff gelagert war, konnte nicht ausgeschlossen werden“, wie Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser mitteilte, daher rückte der Gefahrgutzug des Landkreises.

Zunächst wurde die Autobahn in Richtung München gesperrt, und die Feuerwehren stellten den Brandschutz sicher. Dann untersuchte ein Trupp in Chemikalienschutzanzügen das Unfallfahrzeug – und gab nach kurzer Zeit Entwarnung: Lediglich der Kraftstofftank war aufgerissen und Diesel ins Erdreich gelangt, so Reimoser.

In der Zwischenzeit traf ein Tankfahrzeug des Spediteurs ein, das den Gefahrstoff aus dem Auflieger abpumpte. Auch zwei Spuren in Richtung Stuttgart wurden gesperrt, da laut Polizei eine Brand- und Explosionsgefahr bestand, so die Polizei. Danach wurde der Sattelzug mit zwei Autokränen auf die Fahrbahn gehoben. Der Aufflieger wurde abgeschleppt. „Zwei Feuerwehrfahrzeuge haben ihn begleitet, zur Sicherheit“, so Reimoser.

Die Folge der Sperrungen waren kilometerlange Rückstaus im morgendlichen Berufsverkehr und massive Behinderungen. Die Bergungsarbeiten dauerten bis 8.15 Uhr, dann blieb nur die rechte Spur bis zum Nachmittag noch gesperrt, bis das mit Diesel verunreinigte Erdreich ausgehoben war.

Insgesamt waren laut Reimoser 152 Helfer aus den Feuerwehren Adelzhausen, Altomünster, Dachau, Eisenhofen, Feldgeding, Geiselbullach, Hebertshausen, Karlsfeld, Odelzhausen, Sulzemoos und Wollomoos sowie der UG-ÖEL im Einsatz. Gegen 6.40 Uhr konnten die letzten Feuerwehrkräfte abrücken und die Unfallstelle an den Autobahnbetreiber übergeben. Außerdem waren Kräfte von Rettungsdienst, THW Dachau und Polizei an der Unfallstelle. Zur Versorgung der Einsatzkräfte lieferte der Betreuungszug des BRK Essen und Getränke.

Die Polizei beziffert den Gesamtschaden auf rund 40 000 Euro. Wie ein Sprecher der VPI mitteilte, gehe die Polizei davon aus, „dass der Fahrer wegen Sekundenschlaf von der Straße abgekommen ist“.

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