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Ursache Regen und überhöhte Geschwindigkeit: Dieser Nissan flog über den Wall am Fuchsberg und prallte Mitte Juli gegen das Heck eines Lkw und verkeilte sich unter den Auflieger mit Kran. 

Unfallschwerpunkt Fuchsberg

Bei Regen wird die Kurve gefährlich

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Bei Regen wird die Kurve auf der Autobahn auf Höhe des Parkplatzes Fuchsberg gefährlich, wenn man zu flott unterwegs ist: Denn das Wasser kann an dieser Stelle nicht so gut ablaufen. Die Polizei hofft, dass die neu aufgestellten Warnschilder nun ihren Zweck erfüllen – damit die Unfallzahlen sinken.

Bergkirchen – Es kracht immer wieder an derselben Stelle: auf der A 8 in Fahrtrichtung München auf Höhe des Parkplatzes Fuchsberg. Erst Mitte Juli hatte sich hier im Gemeindebereich von Bergkirchen wieder ein schwerer Unfall ereignet: Der Fahrer verlor die Kontrolle über sein Auto und fuhr über den Erdwall im Einfahrtsbereich des Parkplatzes. Hierdurch hob der Nissan ab, flog im hohen Bogen in den Parkplatz hinein und prallte gegen das Heck eines Sattelzuges. Der Fahrer wurde schwer und seine Beifahrerin leicht verletzt (wir berichteten). Die Ursache laut Polizei: regennasse Fahrbahn, nicht angepasste Geschwindigkeit.

Wie so oft: Das Hauptproblem ist hier nach Angaben von Peter Muck von der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck die nicht angepasste Geschwindigkeit bei Nässe. „Und damit meine ich Tempo 140 aufwärts.“ Denn hier treffen die alte und die neue Fahrbahn aufeinander. Auf der alten, vierspurigen A 8 hatte es an der Stelle eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 Stundenkilometer sowie ein Überholverbot gegeben. 2008 war die Autobahn sechsspurig ausgebaut worden. „Nach dem Ausbau hat man beide Einschränkungen aufgehoben“, so Muck.

Auf Höhe Fuchsberg treffen alte und neue Verkehrsführung zusammen. „Wir haben hier eine Kurve und eine ungünstige Höhenentwicklung“, berichtet der Verkehrsexperte weiter. „Der Neigungswinkel ist ungünstig, es bildet sich praktisch eine kleine Senke.“ Das Wasser könne vor allem auf dem linken und dem mittleren Fahrstreifen nicht so gut ablaufen – trotz Schlitzrinnen, die die Straße entwässern sollen. „Das ist ein technisches Problem, das man kaum lösen kann.“ Die Folge: Autofahrer, die bei Regen zu schnell unterwegs sind, kommen an dieser Stelle ins Schleudern.

Deswegen waren bereits vor Jahren Warnschilder aufgebaut worden, die Unfallzahlen gingen daraufhin zurück. „Nachdem die Unfälle immer weniger wurden, hat man gedacht, die Situation hätte sich beruhigt, und man hat die Schilder wieder entfernt“, berichtet Muck. Das war 2015. Offensichtlich ein Fehler. Denn schnell nahmen die Unfälle wieder zu.

Ganze 24 Verkehrsunfälle ereigneten sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord allein 2015 auf Höhe Fuchsberg in Fahrtrichtung München, bei über 33 Prozent war die Unfallursache unangepasste Geschwindigkeit bei Nässe. Im Jahr 2016 waren es 15 Verkehrsunfälle auf dem Streckenabschnitt 500 Meter vor und 500 Metern nach dem Parkplatz, heuer bislang sechs. Deswegen wurden die Schilder Ende Juni nun wieder aufgebaut. Sie warnen auf insgesamt 1,5 Kilometern vor „Schleudergefahr bei Nässe“.

„Doch das Verständnis fehlt bei dem einen oder anderen Autofahrer. Die verlassen sich einfach auf ihre Fahrzeugtechnik“, erklärt der Verkehrsexperte. Und das endet häufig im Straßengraben. „Dabei haben wir doch alle einmal gelernt, dass man beim Autofahren seine Geschwindigkeit bei Regen anpassen muss. Das liegt doch in der Eigenverantwortung der Fahrer“, meint Muck. Die Unfallzahlen belegen das Gegenteil.

Nachdem die Warnschilder nun wieder aufgestellt wurden, bleibt zu hoffen, dass sie sich auch diesmal auszahlen und wieder weniger Autofahrer bei Regen die Bodenhaftung bei verlieren.

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