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Feierstunde (von links): Zweite Bürgermeisterin Edith Daschner, Hubert Eberl mit Ehefrau Angelika und Bürgermeister Simon Landmann. 

Hubert Eberl aus Bergkirchen geehrt  

Bürgermedaille eine schöne Überraschung

Bergkirchen - Er ist ein Heimatforscher, wie er im Buche steht: Hubert Eberl aus Bergkirchen liegen besonders die Hofgeschichten am Herzen. Seine akribische, jahrelange Arbeit, die in der Dorfchronik ihren Niederschlag gefunden hat, wurde jetzt gewürdigt: mit der Silbernen Bürgermedaille.

Hubert Eberl aus Bergkirchen ist bei der Weihnachtsfeier der Gemeinde Bergkirchen für sein ehrenamtliches Engagement mit der Silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet worden. Bürgermeister Simon Landmann würdigte in seiner Laudatio in erster Linie Eberls Verdienste als Heimatforscher.

Es sei ein „Glücksfall“ gewesen, Eberl für die Dorfchronik gewinnen zu können, als die Planungen für die Feier des 1200-jährigen Bestehens von Bergkirchen im Jahre 2014 anstanden. „Dir, lieber Hubert, wurde die Liebe zur bayerischen Heimat, das Bewahren und Leben unserer Tradition von Deinen Eltern vorgelebt“, so Landmann.

Der 58-Jährige ist von Beruf Polizeihauptkommissar bei der Bereitschaftspolizei Dachau und stammt vom Polsterhof in der Dorfmitte von Bergkirchen. Im Zusammenhang mit dem Forschen in der weit verzweigten Familiengeschichte ergaben sich immer neue Zusammenhänge im Hinblick auf die Hofgeschichten in der näheren und weiteren Umgebung. In Zusammenarbeit mit Inge Bortenschlager, Josef Haas und Gerhard Hartl sind alle Hofstellen in Bergkirchen, Bibereck, Facha und Kienaden akribisch erfasst worden.

Dahinter steckt jahrlange intensive Quellensuche im Staatsarchiv, in Veröffentlichungen und durch die Befragung von Zeitzeugen. Inzwischen unterstützt Eberl mit seinem Fachwissen auch das landkreisweite Projekt „Geschichtswerkstatt“ des Dachauer Forums. Von der Volkshochschule wurde er gebeten, bei den Hörpfaden mitzuarbeiten.

Hinzu kommen das kirchliche Engagement des hilfsbereiten Bürgers, unter anderem als Lektor, sowie die Vereinsarbeit als Schatzmeister bei den Hubertus-Schützen. Passives Mitglied ist er in weiteren örtlichen Vereinen.

Für Hubert Eberl war die Auszeichnung eine Überraschung, „über die ich mich ehrlich gefreut habe“, wie er sagt. Wichtig ist ihm, dass seine Mitstreiter miterwähnt werden, die ihren speziellen Beitrag zur Dorfgeschichte geleistet haben. „Die Heimatforschung hat sich in den Jahren schon zu einer gewissen Leidenschaft entwickelt. So nehme ich Informationen, die mir zugetragen werden, immer noch gerne entgegen“, berichtet Eberl. Das angestrebte Ziel der Dorfchronik sei gewesen, „der lokalen Öffentlichkeit einen Teil der jüngeren Vergangenheit Bergkirchens in Erinnerung zu bringen“. Das sei in dieser Form nur mit der großzügigen Unterstützung der Gemeinde möglich gewesen.

Einen weiteren Aspekt betont er: „Bei der Ausforschung der Zeiträume bin ich zwangsläufig auf die weitverzweigten Familienverhältnisse der ,alten‘ Bergkirchner Familien – dazu gehört auch die meine – gestoßen. Bei alledem habe ich auch festgestellt, dass mit dem Begriff ,Die gute alte Zeit‘ sehr vorsichtig umzugehen ist. Sucht man konkret nach dieser Zeit, man 

findet sie einfach nicht.“

Ingrid Koch

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