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Die Behelfsampel ist seit Mittwoch an der Kreuzung in Eschenried in Betrieb. 

Ampel an der unfallträchtigen Kreuzung in Eschenried

Rückstau für mehr Sicherheit

  • Nikola Obermeier
    vonNikola Obermeier
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Seit wenigen Tagen ist die Behelfsampel an der Kreuzung in Eschenried in Betrieb. Damit soll die Kreuzung, die in der Vergangenheit laut Polizei ein Unfallschwerpunkt im Landkreis war, sicherer gemacht werden. Die Ampel bedeutet aber auch: keine freie Fahrt mehr auf der Vorfahrtsstraße.

Eschenried – Eine Ampel regelt seit Mittwochnachmíttag den Verkehr an der Kreuzung Dah 12 /Kurfürstenweg in Eschenried. Damit gehören schwere Unfälle mit teils schwer verletzten Menschen hoffentlich der Vergangenheit an. Allerdings müssen sich Autofahrer von nun an auf eine Wartezeit an der roten Ampel einstellen – trotz Sensor.

Gerade bei Stau auf der Autobahn A 8 oder auf der B 471 ist die Kreuzung – als Verbindung von der Anschlussstelle Langwied zur B 471 bei Gröbenried – stark befahren. Wenn dann noch der Allacher Tunnel zu ist, kommt Schleichverkehr von der Querstraße Am Kurfürstenweg dazu. Bislang mussten Autofahrer am Stoppschild oft minutenlang warten, und unter diesem Druck übersahen manche die vorfahrtsberechtigten Verkehrsteilnehmer. Das war häufig die Unfallursache an dieser Stelle, wie die Dachauer Polizei vergangenen Jahr erläutert hatte. Nach der Vorstellung der letzten Unfallstatistik durch die Polizei im vergangenen Sommer, bei der die Kreuzung zwischen der Münchner Straße und Am Kurfürstenweg in Eschenried als Unfallschwerpunkt ausgewiesen wurde, startete die Tiefbauverwaltung des Landkreises mit den Planungen für den baulichen Umbau der Kreuzung inklusive Errichtung einer Ampelanlage und beantragte entsprechende Finanzmittel für 2020/2021.

Nach dem letzten schweren Unfall im Dezember hatte die Gemeinde Bergkirchen im Januar um die temporäre Errichtung einer Behelfsampelanlage beim Landratsamt gebeten. Nach einem Ortstermin mit allen Verantwortlichen von Gemeinde, Landratsamt und Polizei Ende Januar, bei dem Details geklärt wurden, ging es nun ganz schnell: Am Mittwoch konnte die Ampel installiert werden.

„Die Gemeinde Bergkirchen hat uns bei der Realisierung tatkräftig unterstützt, insbesondere bei den Gesprächen mit den Grundstückseigentümern bzgl. der Duldung der Gittermasten samt Betonsockel für die Behelfsampelanlage“, hebt Bernhard Fritz, stellvertretender Tiefbauleiter im Landratsamt, heraus. „Auch die Kosten der Maßnahme teilt sich der Landkreis mit der Gemeinde.“

Landrat Stefan Löwl betont, dass alle Beteiligten hier vorbildlich Hand in Hand gearbeitet haben – „und wir hatten zudem das Glück, dass die benötigten Firmen und Anlagenteile kurzfristig verfügbar waren“.

„Die Anlage ist mit einem Sensor ausgestattet, der scannt, ob sich Autos an der Wartelinie befinden“, erklärt Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamtes. Dennoch wird es natürlich zu Wartezeiten an der Ampel kommen: Die Kreisstraße Dah 12 ist eine Vorfahrtsstraße, auf der die Verkehrsteilnehmer immer durchfahren konnten. Diese werden jetzt ausgebremst, es kommt möglicherweise zu Rückstauungen, wenn die Ampel rot zeigt – und somit grün für die Autofahrer, die vom Kurfürstenweg kommen. In den vergangenen Tagen haben Mitarbeiter des Landratsamtes den Verkehr genau beobachtet und konnten keine gravierenden Probleme feststellen. Es habe sich im nachmittäglichen Berufsverkehr zwar ein wenig gestaut – „aber ich bitte um Verständnis, dass die Ampel natürlich eine Veränderung mit sich bringt“, so Reichelt. Die Verantwortlichen werden weiterhin die Kreuzung intensiv beobachten und „schauen, ob wir die Sensortechnik noch nachjustieren können“.

Die Ampel ist nun die letzte Möglichkeit, die Kreuzung sicherer zu machen. Ein Kreisverkehr sei vor allem aufgrund des Untergrunds nicht möglich: Man müsse den Torfgrund austauschen,was gegebenfalls gefährlich wäre für die Häuser, so Reichelt. Die endgültigen Umbaumaßnahmen sind für 2021 geplant – inklusive Lösung auch für den Radverkehr. Laut Landrat sind sie aber abhängig von den notwendigen Genehmigungen und dem Grunderwerb.

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