Kirchenzug durch Feldgeding vor 70 Jahren: Die Zeit, in der Pfarrer Ge org Albert kam.

„Gravierende Veränderungen“

Erinnerung an einen politischen Pfarrer

Zu Neujahr haben zwei Heimatforscher an einen besonders politischen Pfarrer aus Bergkirchen erinnert. Pfarrer Georg Albert wurde vor 70 Jahren ins Amt berufen. 

  • Zwei Heimatforscher haben in Bergkirchen an Pfarrer Georg Albert erinnert.
  • Er ist am 1. Januar 1950, genau vor 70 Jahren, ins Amt der Pfarrei Bergkirchen berufen worden.
  • Georg Albert galt als besonders politischer Pfarrer. 

Bergkirchen – Zum Jahresanfang rufen die beiden Heimatforscher Inge Bortenschlager und Hubert Eberl „die gravierenden Veränderungen“ in der Pfarrei Bergkirchen vor 70 Jahren in Erinnerung, als Georg Albert, ein Münchner aus Giesing, zum 1. Januar 1950 Pfarrer in Bergkirchen wurde.

Sein Vorgänger, Pfarrer Oberlinner, verließ 1948 wegen seiner angeschlagenen Gesundheit zusammen mit seiner Pfarrhaushälterin Therese Gruber die Pfarrei Bergkirchen und ging als Ruhestandspriester nach Kirchdorf/Inn. Dort starb er am 24. Juli 1956 mit 73 Jahren. Er wurde in seinem Heimatort Halfing beerdigt.

Bergkirchen: Erinnerung an einen besonders politischen Pfarrer

Bis zur Ernennung beziehungsweise Installierung eines neuen Pfarrers leitete Kaplan Anton Thielen die Pfarrei. Er war der letzte Kaplan in Bergkirchen. Mit Pfarrer Georg Albert zog Maria Vollmayr, eine ledige Bahnwärterstochter aus Schleißheim, nach Bergkirchen. „In seiner Anfangszeit hatte es Pfarrer Albert nicht leicht. In seinem Pfarrhof waren Flüchtlinge aus Schlesien einquartiert, jeder Raum war bewohnt. Private Rückzugsorte gab es nicht“, haben die Heimatforscher herausgefunden.

Die Bilanz in seiner 15-jährigen priesterlichen Tätigkeit könne sich jedoch sehen lassen: „Renoviert wurden die Filialkirchen von Deutenhausen, Feldgeding und Oberbachern. Die schulische Bildung lag ihm am Herzen. So setzte er sich für die Abgabe von Pfarrpfründen zur Schulhauserweiterung ein. Er war politisch sehr interessiert.“

Georg Albert: Pfarrer aus Bergkirchen war Politik aufgeschlossen

Landrat Dr. Pestenhofer nannte ihn einmal einen „der Kreispolitik sehr aufgeschlossenen Mann“. Ein weiteres Beispiel für das positive Wirken des rührigen Pfarrers sei, dass der Seelsorger „die katastrophale Wasserversorgung in Bergkirchen nicht hinnehmen wollte“. Die höher gelegenen Anwesen, so auch der Pfarrhof, mussten in Dürrejahren ihr Wasser mit einem Jauchefass aus der Maisach holen. Die Hartnäckigkeit des Pfarrherrn zahlte sich aus, und die Häuser der Ortschaft Bergkirchen erhielten die zentrale Wasserversorgung. Unter seiner Federführung wurde auch der Pfarrhof renoviert und ein Bad eingerichtet (eine große Neuerung). In Erinnerung bleibt sein motorisiertes Fahrzeug, ein kleiner Lloyd, sodass er sich nicht mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg zu seinen Filialkirchen machen musste.

Nach 14 Jahren Amtszeit: Georg Albert verlässt Pfarrei Bergkirchen

Durch eine schwere Krankheit gezeichnet, verließ der Pfarrer im Oktober 1964 den Ort seines Wirkens. Am 6. Mai 1966 verschied er im Altersheim in Fürstenfeldbruck 69-jährig infolge eines Herzinfarkts.

Pfarrer Georg Albert ruht im Priestergrab in Bergkirchen. Seine Haushälterin Maria Vollmayr verstarb am 24.3.1972 und ist im Friedhof in Hochmutting beerdigt.

Ingrid Koch

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