Hofladen
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Möglicher Teilnehmer: Christine und Holger Weller haben in Bergkirchen einen Hofladen.

Beschluss des Gemeinderats

Bergkirchen ist auf dem Weg zur Fair-Trade-Gemeinde

Die Gemeinde Bergkirchen möchte Fair-Trade-Gemeinde werden. Darum bildet sich nun ein Steuerungsausschuss für die weitere Vorgehensweise.

Bergkirchen – Bergkirchen ist auf dem Weg, Fair-Trade-Gemeinde zu werden. Der Gemeinderat hat darüber zunächst nicht öffentlich beraten, um dann in der jüngsten öffentlichen Sitzung den einstimmigen Beschluss zu fassen, „dass wir das wollen“, so Bürgermeister Robert Axtner. Nun wird ein Steuerungsausschuss für die weitere Vorgehensweise gegründet, der klären soll, was machbar ist und wie groß der Aufwand sein wird.

Axtner verwies auf die Vorreiterrolle der Gemeinde Petershausen und die Videorunde mit den Bürgermeister-Kollegen. Dabei hat sich Axtner über den Verwaltungsaufwand und das Zulassungsverfahren informiert. Demzufolge stehe dem Projekt nichts entgegen. Seit Januar 2009 können sich Kommunen in Deutschland für ihr Engagement im Fairen Handel um den Titel „Fair-Trade-Gemeinde“ bewerben. Diese Gemeinden vernetzen Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik und fördern den Fairen Handel auf kommunaler Ebene.

Der Anstoß kam nach Aussage von Robert Axtner von Gemeinderätin Ruth Göttler, die wie Axtner betonte, dass es sich nicht darum gehe, eine Konkurrenz für die ortsansässigen Betriebe entstehen zu lassen. Das Angebot solle viel mehr erweitert werden. An Produkte wie Tee und Schokolade werde beispielsweise gedacht.

Ruth Göttler wirkt als Initiatorin im Lenkungsausschuss mit zur Bekräftigung, „dass in unserer Gesellschaft zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen wächst“. Gemeinderat Franz Liedl, von Beruf Landwirt, regte an, zum englischen Projektnamen auch eine zusätzliche „boarische“ Form einzuführen. Diesen Vorschlag soll die Steuerungsgruppe aufnehmen.

Im offiziellen Gemeinderatsbeschluss heißt es, dass Bergkirchen die fünf geforderten „Kriterien nach und nach verwirklichen“ werde (siehe Kasten). Ziel sei es, „dass sich verschiedene Bergkirchner Akteure gemeinsam für den Fairen Handel einsetzen“. Bergkirchen wolle „sich als innovative weltoffene Gemeinde etablieren und ein positives Image transportieren“.

In der Gemeinde gibt es bereits Geschäfte, die zur Erfüllung der Kriterien beitragen. Der Hofladen Weller in Bergkirchen hat Interesse bekundet. Außerdem bieten sowohl Edeka Schermelleh als auch Netto in Günding Fairtrade-Produkte an.

Ingrid Koch

Fünf Kriterien 

Kriterium 1: Es liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Gemeinde- oder Stadtrates sowie in der Gemeindeverwaltung mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel verwendet werden. Es wird die Entscheidung getroffen, als Gemeinde den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ anzustreben.

Kriterium 2: Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

Kriterium 3: In vier lokalen Einzelhandelsgeschäften (darunter Gärtnereien) sowie in mindestens zwei Gastronomiebetrieben werden Fairtrade-Produkte angeboten.

Kriterium 4: In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet; es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

Kriterium 5: Die örtlichen Medien berichten über Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade- Gemeinde“ mit mindestens vier Artikeln.

Weitere Informationen

können im Internet unter www.fairtrade-towns.de abgerufen werden.

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