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Das Abfallheizkraftwerk in Geiselbullach bekommt bald den Müll aus der Allianz-Arena.

Lieferung für Abfallheizkraftwerk der GfA

GfA verbrennt FC Bayern-Müll

Eine Firma in Gada nutzt die Wärme aus dem von der Gemeinde Bergkirchen errichteten Fernwärmenetz zur Reinigung von Gläsern und Geschirr des FC Bayern. Und bald wird auch der Restmüll aus der Allianz-Arena im Abfallheizkraftwerk der GfA verbrannt.

Bergkirchen – Die Gemeinde Bergkirchen hat 2007 ein Fernwärmenetz für das Gewerbegebiet Gada errichtet. 2011 gründete sie dazu das EWG Kommunalunternehmen. Als ein positives Beispiel für die Anwendung von Fernwärme gilt die Firma Profimiet GmbH dort, die Fernwärme bzw. ganzjährig die Produktionswärme zum Reinigen von Geschirr und Gläsern nutzt, unter anderem aus der Allianz-Arena des FC Bayern. Der deutsche Fußballmeister hat beim Getränkeausschank auf ein Mehrwegsystem umgestellt. Die Folge: In Bergkirchen werden Unmengen von Bechern gereinigt.

Das brachte den Bergkirchner Verwaltungschef und EWG-Geschäftsführer Siegfried Ketterl auf die Idee, bei der Allianz-Arena das „Vorzeigemodell mit dem Primärenergiefaktor von 0,00“ ins Gespräch zu bringen. Bei einem Besuch in München Ende Dezember, bei dem Ketterl von Uli Riegel, Projektingenieur der GfA und Geschäftsführer der Fernwärme GmbH, begleitet wurde, war das Echo sehr positiv, mit dem Ergebnis, dass zukünftig der Restmüll aus der Allianz-Arena zur GfA nach Geiselbullach gebracht wird. Denn in dem Abfallheizkraftwerk wird bei der Müllverbrennung klimaneutrale Energie erzeugt, die etwa die Firma Profimiet für die Reinigung der Becher und des Geschirrs der FCB nutzt.

Thomas Mittermeier von der Abteilung Betrieb der Allianz GmbH und zuständig für die Vereinbarung, geht von 200 bis 220 Tonnen Restmüll pro Jahr aus, die zur GfA gebracht werden. Der erste Transport erfolge demnächst, „wenn der Container voll ist“, so der Facility-Manager der Arena. Bislang hatte die GmbH den Restmüll von der Münchner Recyclingfirma Rohprog abholen lassen, die ihn wiederum in verschiedene Müllverbrennungsbetriebe transportierte – zum Teil bis nach Augsburg. Ein Vertrag zwischen der Abteilung Betrieb der Allianz GmbH und der GfA ist laut Uli Riegel nicht erforderlich, abgerechnet werde nach Anlieferung. Riegel kann sich sogar eine Ausweitung des dauerhaften Geschäfts vorstellen, weil die Müllentsorgung in München schwierig sei.

Aufgrund ihres Fernwärmenetzes sieht sich die Gemeinde Bergkirchen auf einem guten Weg, zum Schutz der Umwelt den CO2-Ausstoß in der Zeit von 2009 bis 2020 um rund 30 Prozent zu verringern. Seit dem Jahr 2011 betreibt sie das EWG Kommunalunternehmen für das erweiterte Fernwärmenetz in den Gemeindeteilen Feldgeding, Bergkirchen und Günding, das noch ausbaubar ist. Nachfragen kamen zuletzt in den beiden Bürgerversammlungen von Interessenten aus Deutenhausen und Unterbachern.

Die Einsparungen von CO2 seit Beginn der Fernwärme in Bergkirchen von insgesamt 76 678 Tonnen setzen sich zusammen aus: Fernwärme Bergkirchen GmbH, Gada-Gewerbegebiet 53 884 Tonnen und EWG Bergkirchen-Bergkirchen, Feldgeding, Günding mit 22 794 Tonnen.

ink

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