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Besondere Musikerinnen: Petra Morper (Spinett) und Susanna Morper ( Barockgeige).

Neue Ausgabe der Lesereihe des Hoftheaters Bergkirchen

Musik und Einblicke in die frühere Londoner Society

Herbert Müller hat aus den unterhaltsamen hochkomischen Tagebüchern von Samuel Pepys gelesen. Petra Morper am Spinett und Susanna Morper an der Barockgeige untermalten die Beiträge.

Bergkirchen – Ein wunderschöner Abend zum Genießen: In einer neuen Ausgabe der Lesereihe des Hoftheaters Bergkirchen hatte Herbert Müller auf dem „Roten Sofa“ Platz genommen, um aus den unterhaltsamen hochkomischen Tagebüchern von Samuel Pepys (1633-1703), einem Mitglied der Londoner Society und des Unterhauses, zu lesen.

Und er kam nicht ohne ein „besonderes Geschenk“, wie er sagte, denn mit „prachtvoller Musik“ untermalten Petra Morper am Spinett und Susanna Morper an der Barockgeige die Beiträge zum Schmunzeln und Staunen nicht nur musikalisch, sondern sie gestalteten den stimmungsvollen Abend maßgeblich mit. Die Pianistin Petra Morper bestreitet regelmäßig das musikalische Programm im Hoftheater, während ihre Tochter Susanna seltener zu Gast ist.

Aus aktuellem Anlass hatte Müller auch eine Szene aus dem Britischen Unterhaus eingebaut – stundenlang geredet und Sitzung vertagt. Es geht in den Aufzeichnungen zwischen 1660 bis 1669 um große Weltgeschichte, Pepys Aufstieg im britischen Flottenamt, um gutes Essen, schöne Frauen und Liebesabenteuer, auch Nonnen „mit ihrer Wollust“ sind nicht ausgenommen. Die Sprache ist deftig und direkt, etwa wenn der Herr genüsslich dem Dienstmädchen unter den Rock greift. Das bringt Herbert Müller mit Gestik und Mimik treffend rüber. Müllers Vortragskunst und das fein abgestimmte Zusammenspiel der virtuos spielenden Musikerinnen empfanden die Zuhörer wahrhaftig als „besonderes Geschenk“. Sonderapplaus erhielt Susanna Morper für ihr Solo in der „Senata Seconda“ des frühbarocken italienischen Komponisten und Violinisten Giovanni Battista Fontana.

INGRID KOCH

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