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Klare Ansage: Der Bergkirchner Bürgermeister Simon Landmann lehnt eine Westumfahrung ab.

Gemeinderat

Bergkirchen wehrt sichgegen Westumfahrung

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Ein kategorisches Nein zu einer Westumfahrung Dachaus hat die Gemeinde Bergkirchen gegenüber dem Landratsamt ausgesprochen. Dennoch wird sie weiterhin untersucht.

Bergkirchen – Der Verkehr auch auf den Straßen des Landkreises nimmt mehr und mehr zu. Aus diesem Grund lässt der Landkreis im Rahmen eines Mobilitätskonzeptes ein Gutachten erstellen, das verschiedene Szenarien für Ortsumfahrungen im Landkreis genauer untersucht, darunter verschiedene Varianten eine Westumfahrung der Stadt Dachau. Gegen diese Planungen wehrt sich nun die Gemeinde Bergkirchen. Mit einem einstimmigen Beschluss lehnte der Gemeinderat das Gutachten für den Gemeindebereich Bergkirchen „kategorisch“ ab. „Die geringe Entlastung der Stadt Dachau steht in keinem Verhältnis zur hohen Belastung im Gemeindebereich Bergkirchen“, erklärt Bürgermeister Simon Landmann (CSU). In einem Brief an Landrat Stefan Löwl erläutert die Gemeinde Bergkirchen die Gründe für ihre Ablehnung.

Eigentlich hatte das Landratsamt die Gemeindeverwaltungen nur um eine erste Einschätzung gebeten das Gutachten betreffend, das die Firma Intraplan Consult GmbH erstellte. Bergkirchens Bürgermeister Simon Landmann hat sich jedoch dazu entschieden, die Ergebnisse des Gutachtens gleich dem Gemeinderat vorzulegen – um frühzeitig klar zu machen: „Spart euch das Geld für weitere Untersuchungen – die Szenarien der Westumfahrung Dachaus gehen nicht mit uns.“ Der Gemeinderat lehnte das Gutachten einstimmig ab.

Vorneweg macht Landmann deutlich: „Wenn man irgendwo den Verkehr entlasten kann, dann sind wir mit Sicherheit dabei“ – zum Beispiel mit einem Park-und-Ride-Parkplatz in Breitenau, ebenfalls Bergkirchner Gebiet, an dem Pendler aus dem Hinterland schon vor der Großen Kreisstadt umsteigen könnten auf die S-Bahn. Auch habe er „nichts dagegen, dass der Landkreis ein Gutachten machen lässt und dass alle möglichen Szenarien untersucht werden – auch eine Westumfahrung“. Es handle sich um ein faires Gutachten, das klar zeige: Eine Westumfahrung bringe geringe Entlastung in Dachau, aber hohe Belastung im Gemeindebereich Bergkirchen.

Die Umgehung würde von der Staatsstraße 2047 von Schwabhausen kommend kurz vor Dachau nach Süden abzweigen und auf die Autobahn oder die B 471 führen: Bei einer Variante prognostiziert das Gutachten eine explosionsartige Erhöhung des Durchgangsverkehrs in Kreuzholzhausen um 320 Prozent – mit laut Gutachten „kaum Wirkung in Dachau“. SPD-Gemeinderätin Dagmar Wagner: „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde Bergkirchen und damit die kleinen Dörfer wie Kreuzholzhausen oder Priel oder Eisolzried mit ihren durch den Ort verlaufenden Kreisstraßen als Notnagel für ein utopisches Verkehrskonzept im Landkreis und der Stadt Dachau herhalten müssen!“

Bürgermeister Landmann stellt seine Gründe für die Ablehnung in einem Brief an Landrat Stefan Löwl (CSU) dar: „Der Kosten-Nutzen-Faktor steht nicht im Verhältnis zu den geringen positiven Auswirkungen für die Große Kreisstadt Dachau.“ Der Verkehr stelle bei allen drei Varianten einer Westumfahrung erhebliche, gravierende Belastungen für Bergkirchen dar. Eine Umleitung auf die Autobahn A nennt Landmann „illusorisch“, da diese bereits zum jetzigen Stand keine Verkehre mehr aufnehmen könne. Dazu komme, dass die möglichen Routen nicht umsetzbar seien: Naturschutz, FFH-Gebiete, topografische und geografische Geländeformen – die Hügel rund rund um Bergkirchen – sprechen dagegen.

Landrat Stefan Löwl findet es „schade, dass aus Bergkirchen ein kategorisches Nein kommt“, zumal es noch nicht um eine politische Stellungnahme ging. Aber er kann die Ablehnung nachvollziehen. „Der Schleichverkehr würde kanalisiert werden“, Dachau spüre keine Entlastung. Dass eine Westumfahrung vom Nutzen her hinterfragt werden müsse, sei daher klar. „Aber wir werden sie nicht unter den Tisch fallen lassen“, da im Gesamtverkehrskonzept Maßnahmenkombinationen ganzheitlich betrachtet werden sollen. Die Stellungnahme Bergkirchens werde zu den Akten genommen.

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