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Blaualgen-Alarm: Gesundheitsamt sperrt Ebertshausener und Bergkirchner See

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Von: Stefanie Zipfer

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Toxisch: Am Ebertshausener See darf schon seit vergangenem Sommer nicht mehr gebadet werden.
Toxisch: Am Ebertshausener See darf schon seit vergangenem Sommer nicht mehr gebadet werden. © Claudia Schuri

Wegen einer hohen Belastung durch Blaualgen hat das Gesundheitsamt den Ebertshausener und den Bergkirchner See gesperrt. Wann die Gewässer für Badegäste wieder nutzbar sein werden? Eher nicht mehr in diesem Sommer, sagt die Behörde.

Dachau – Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint: Klar, dass man als Daheimgebliebener seine Freizeit dann an einem der Seen und Weiher im Landkreis verbringen will.

Wie schon in den Jahren zuvor wird es am Ebertshausener See aber nichts mit dem Badevergnügen. Und seit Montag ist klar: Auch am Bergkirchner Badesee fällt der Sprung ins kühle Nass aus. Grund sind sogenannte Blaualgen beziehungsweise Cyanobakterien, die – in erhöhter Konzentration – für Mensch und Tier gefährlich sein können. Das Dachauer Gesundheitsamt, das in regelmäßigen Abständen Kontrollen an den heimischen Gewässern durchführt, stellte in den beiden Seen zuletzt eine entsprechende Bakterienbelastung fest, weshalb „aus infektionshygienischer Sicht vom Baden abgeraten wird“.

Wobei die Lage am Ebertshausener See laut Gesundheitsamt schlimmer ist als in Bergkirchen. Am Ebertshausener See haben die Blaualgen nämlich bereits Toxine, also Giftstoffe, ausgeschieden. Wer dort badet oder sogar Wasser verschluckt, der kann laut Behördensprecherin Sina Török unter „vielfältigen Symptomen wie zum Beispiel Hautreizungen oder Magen-Darm-Problemen“ leiden. Im Bergkirchner See wurden zuletzt zwar Blaualgen nachgewiesen, die allerdings noch keine Toxine gebildet haben. „Es ist nicht klar, wann und ob auch dort Giftstoffe ausgeschieden werden, weshalb wir dringend raten, auch dort nicht ins Wasser zu gehen“, so Török.

Seen einmal monatlich beprobt

Die gute Nachricht: An den anderen Seen, die das Landratsamt zwischen Mai und September einmal monatlich beprobt – das sind der Eisolzrieder See, der Mückensee, der Stadtweiher in Dachau-Süd, der Heiglweiher, der Waldschweigsee, der Birkensee, der Obergrashofer See, der Neuhimmelreicher See und der Karlsfelder See – ist die Wasserqualität gut. Vor allem am Karlsfelder See, der über einen sehr guten Wasseraustausch verfügt, besteht keinerlei Blaualgengefahr.

Dass sich, nicht nur im Landkreis Dachau, das Blaualgenproblem in den Gewässern immer mehr ausweitet, könnte laut Gesundheitsamt am „Klimawandel sowie eine Absenkung des Ruhewasserspiegels“ liegen. Wärmere Außentemperaturen, wenig Wind und viel direkte Sonne führten demnach zu höheren Wassertemperaturen, der Nährstoffgehalt im Wasser steige und Algen könnten sich daher ungehindert vermehren.

Ergebe eine mikrobiologische Untersuchung einen Befall, so würden unverzüglich „Hinweisschilder werden durch die jeweilige Kommune ausgebracht“, erklärt das Gesundheitsamt.

„Wenn Blaualgen da sind, gehen die von allein nicht mehr weg.“

Landratsamt-Sprecherin Sina Török

Wie lange die Badewarnung beziehungsweise das Badeverbot bestehen bleiben, hängt davon ab, wie schnell sich die Seen regenerieren. Klar ist, so Sprecherin Sina Török: „Wenn Blaualgen da sind, gehen die von allein nicht mehr weg.“ Es brauche daher ein „interdisziplinäres Vorgehen zur Ursachenfindung und Bekämpfung“. So könnten bauliche Veränderungen am Gewässer eine Lösung sein; sicher nicht würden chemische Mittel helfen.

Fest steht: Gebadet werden kann in diesem Sommer im Ebertshausener See und auch im Bergkirchner See vorerst nicht mehr. Sprecherin Török: „Wir bitten unsere Anweisungen zu diesem Thema zu respektieren.“ Die gesundheitlichen Gefahren durch die Blaualgen beträfen im Übrigen nicht nur Menschen, sondern auch (Haus-)Tiere, vor allem Hunde.

Hoch gefährdet: Auch am Bergkirchner See ist eine hohe Blaualgenkonzentration nachgewiesen worden.
Hoch gefährdet: Auch am Bergkirchner See ist eine hohe Blaualgenkonzentration nachgewiesen worden. © Zimmerly

Anders als der Name sagt, sind Blaualgen grüne, schlierenartige Gebilde im Wasser, die im Regelfall 20 oder 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche schwimmen. Meist verteilen sie sich nicht im ganzen See, sondern konzentrieren sich an bestimmten Stellen. Das Bundesumweltamt empfiehlt unsicheren Badesee-Besuchern grundsätzlich folgenden Blaualgen-Test: Man gehe langsam ins Wasser, ohne dabei Schlamm aufzuwirbeln. Wer im etwa knietiefen Wasser immer noch seine Füße erkennen kann, kann dort gerne schwimmen gehen. Sind die Füße nicht mehr zu sehen, sollte an dieser Stelle besser nicht gebadet werden.

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