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An die Russenbrücke erinnern Infotafel und Brückensegment.

Kriegserinnerungen in Bergkirchen

Denkmalprojekt ist fast fertig

Noch ist das Denkmalprojekt der Gemeinde Bergkirchen am Eschenrieder Kulturhaus nicht ganz abgeschlossen. Es sollen noch Ruhebänke zum Verweilen aufgestellt werden.

Bergkirchen– Von Anfang an war Kreisheimatpflegerin Birgitta Unger-Richter mit in die Planung eingebunden. Ursprünglich sollte die offizielle Einweihung Mitte April zum Ende der Amtszeit von Bürgermeister Simon Landmann stattfinden, aber dann kamen die Corona-bedingten Einschränkungen dazwischen. Anlass für das Denkmalprojekt in Eschenried war die Schenkung der Skulpturen und anderer Arbeiten des Künstlers Bernd W. Schmidt-Pfeil, so auch das Wrack des Düsenjets aus dem Koreakrieg mit dem Piloten in Silizium-Aluminium-Guss (wir haben berichtet).

Die beiden Infotafeln, die die Auswirkungen der historischen Ereignisse auf Eschenried während der beiden Weltkriege aufzeigen, haben Simon Landmann und Heimatforscher Andreas Wagner text- und bildmäßig gestaltet, bevor sie in Druck gingen.

Der Text von Birgitta Unger-Richter beleuchtet den Künstler Bernd W. Schmidt-Pfeil in Verbindung mit dem Flugzeugabschuss im Zweiten Weltkrieg bei Eschenried. Die Vor- und Rückseite der zweiten Tafel gibt Aufschluss über die Vorkommnisse während des Ersten Weltkrieges, die Andreas Wagner aus verschiedenen Quellen recherchiert und zusammengetragen hat und „auf Eschenried zuspitzte“, wie er sagt.

Beschrieben werden die Entstehung des Kriegsgefangenenlagers auf dem benachbarten Eschenhof und das Leben im Lager von 1915 bis 1918. Die französischen Gefangenen wurden für die Kultivierung der Moorlandschaft, für Arbeiten in der Landwirtschaft und für Brückenbau eingesetzt.

Thema sind ferner die so genannten Russenbrücken über den Gröbenbach, die für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wurden. Man brachte sie irrtümlicherweise mit in Puchheim inhaftierten russischen Soldaten in Zusammenhang, obwohl sie von den französischen Kriegsgefangenen gebaut wurden.

Josef Huber, der seiner Heimatgemeinde Eschenried sehr verbunden ist, entdeckte ein in den Bach gefallenes Brückengeländer über den Gröbenbach „Am Waldeck“ und trug mit einem Segment der Brücke dazu bei, „ein Stück Vergangenheit sichtbar zu machen und zu bewahren“, wie Wagner sagt.

Huber, der ferner maßgeblich dazu beitrug, den Tennis-und Golfsport im Moos zu etablieren, plant, die gleiche Infotafel über das Kriegsgefangenenlager und die Russenbrücken auch auf dem Golfplatzgelände aufzustellen, „um den Ortsunkundigen die Geschichte Eschenrieds näher zu bringen“.

  INGRID KOCH

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