Peter Gradl feierte 80. Geburtstag.Foto: ink
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Peter Gradl feierte 80. Geburtstag.

Peter Gradl feiert heute 80. Geburtstag – Landwirt, Politiker und Kriegerchef

Der schlagfertige Klartextsprecher

Feldgeding – Peter Gradl, von Beruf Landwirt, feiert am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag. Er ist Feldgedinger mit Leib und Seele und hat sich über Jahrzehnte ehrenamtlich engagiert.

1970 stieg er in die Politik ein und erst 2020, nach 50 Jahren, beendete er seine politische Karriere. Da sein Vater Peter Gradl von 1960 bis 1978 in der selbstständigen Gemeinde Feldgeding Bürgermeister war und die Gemeindekanzlei sich lange Zeit im Haus befand, „konnte ich aus nächster Nähe die Vorkommnisse in Feldgeding mit damals rund 600 Einwohnern miterleben“, so der Jubilar.

Während der Amtszeit von Bürgermeister Hubert Huber (1978 bis 2002) war Gradl von 1978 bis 1984 Gemeinderat in der neu gegründeten Kommune Bergkirchen, und während dieser Zeit auch zweiter Bürgermeister. Von 1990 bis 2002 saß Gradl für die Wählergemeinschaft Feldgeding erneut im Gemeinderat.

Die Zusammenarbeit von Huber und Gradl war „nicht immer einfach“ und führte oft zu Spannungen, meist wegen Feldgedinger Belangen, wie beispielsweise bei der Flurbereinigung und Wasserversorgung. Huber, „ein „Manager“, habe häufig nicht mit dem Gemeinderat abgestimmte Entscheidungen getroffen, so der Jubilar. Seit 2002 ist Gradl als Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft Bergkirchen-Feldgeding aktiv, auch wenn als Folge der Pandemie das Vereinsleben derzeit ruht. Höhepunkte waren immer die jährlichen Familienfeste mit hochrangigen Referenten zu unterschiedlichen Themen. Beim letzten Fest im Jahre 2019 war Altlandrat Hansjörg Christmann zu Gast, Gradls jahrzehntelanger politischer Weggefährte.

Christmann erinnerte an die Anfänge, als beide 1972 in den Kreistag gewählt wurden, Christmann als JU-Vorsitzender und Gradl als sein Stellvertreter. Gradl verließ später die CSU wegen politischer Meinungsverschiedenheiten. Im Kreistag vertrat Gradl die Freien Wähler bis 2020. Eigentlich wollte er schon 2014 nicht mehr kandidieren. Doch weil er einen Sitz im Aufsichtsrat der GfA (Gesellschaft für Abfallwirtshaft) in der Nachbargemeinde Olching anstrebte, zu der er auch als Landwirt immer eine enge Beziehung pflegte, trat er noch einmal an. Doch die Wahl fiel nicht auf ihn, und den Posten des Stellvertreters lehnte er kategorisch ab. In seinen Aufzeichnungen schildert Gradl detailliert die im Hintergrund laufenden Querelen.

Aber: „Wenn unsere Bürger irgendein Problem haben, kann ich jederzeit auf einen Kaffee bei der GfA vorbeischauen. Zu Dr. König, dem Chef, habe ich ein sehr gutes Verhältnis“, sagt Peter Gradl heute.

Zum Abschluss der letzten Amtsperiode im Kreistag wurde ihm „die größte Ehre“ zuteil, weil er als Dienstältester im Kreisrat Landrat Stefan Löwl vereidigen durfte. „Ich kann jetzt mit Zufriedenheit sagen: Jetzt glangt’s!“

Neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit war Gradl 25 Jahre als Schöffe tätig, davon zehn Jahre am Oberlandesgericht, fünf Jahre beim Amtsgericht Dachau und zehn Jahre am Bayerischen Verwaltungsgericht. Tatkräftig wie eh und je unterstützt der Jubilar nun seinen Sohn Peter junior in der Landwirtschaft, wann immer er gebraucht wird. Und in seiner großen Familie mit Ehefrau Marile, seinem Sohn, zwei Töchtern und sieben Enkelkindern fehlt es ihm ohnehin nicht an Beschäftigung und Unterhaltung. Langeweile kennt er nicht. Gradl ist vielseitig interessiert, schlagfertig, spricht Klartext, und er hat nie ein Blatt vor den Mund genommen. INGRID KOCH

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