Theaterszene mit drei Damen
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Glänzend: Sarah Giebel als Barbara, Annalena Lipp als Linda und Jessica Dauser als Christine (von links).

HOFTHEATER BERGKIRCHEN - Boulevardkomödie „Honigmond“ zum Auftakt der neuen Spielzeit

Eine Achterbahn der Gefühle

Zwei Vorstellungen statt einer: Das und einiges mehr ist im Hoftheater Bergkirchen.

Bergkirchen – Zur Eröffnung der Spielzeit 2020/21 hat Regisseur Ansgar Wilk die Gäste im „frisch herausgeputzten“ Hoftheater in Bergkirchen zur Premiere der Boulevardkomödie „Honigmond“ des österreichischen Erfolgsautors Gabriel Barylli begrüßt: „Wir freuen uns riesig, wieder spielen zu dürfen“.

Und die Besucher haben es genossen, sich endlich wieder von der Magie des Theaters verzaubern zu lassen. Die Spielstätte ist den Corona-Auflagen zufolge aufwendig und ansprechend umgebaut worden, mit einem um die Hälfte reduzierten Sitzangebot. Daher finden jeweils zwei Vorstellungen nacheinander statt. Die Wände schmücken Collagen von Ulrike Beckers.

In dem von Ansgar Wilk leicht und locker inszenierten, unterhaltsamen Stück „Honigmond“ im Bühnenbild von Ulrike Beckers kommen die Männer schlecht weg: „Sie können nicht denken, sind keine Menschen“. Auf der Bühne treten sie erst gar nicht in Escheinung, nur am Telefon dürfen sie mitreden. Patrik Brenner, Tobias Zeitz und Marc Suesterhenn leihen ihnen ihre Stimmen.

Die Ausgangslage: Drei sehr unterschiedliche Freundinnen feiern gemeinsam Weihnachten: Die ehrgeizige Christine (Jessica Dauser), von Beruf Psychiaterin, ist geschieden und frustriert, weil ihre erneuten Annäherungsversuche an passable Männer erfolglos blieben.

Die leichtlebige, attraktive Linda (Annalena Lipp) kleidet sich sexy, „spielt ein Spiel“ mit ihren zahlreichen Verehrern und setzt auf „Vielfalt statt Einfalt“.

Die betrogene und bieder gekleidete Barbara (Sarah Giebel) dagegen schäumt vor Wut. Ihr „wundervoller“ Ehemann Manuel hat sie auf ihrem „eigenen Sofa“ mit einem Flittchen betrogen. Sie schwört: „Nie wieder Schottenrock“.

Alle drei verbindet „die Sehnsucht nach Wahrheit“. Und: „Wenn es nicht Liebe ist, dann möchte ich nicht das Opfer sein.“ So schließen die drei jungen Frauen einen Pakt: Sie wollen unabhängig von Beziehungen werden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Doch es kommt anders: Christines Exmann Stefan meldet sich. Linda ist schwanger, und Babara, die sich gerade innerlich und äußerlich neu erfunden hat, bleibt nur, den Freundinnen für den Neustart Mut zu machen.

„Die Achterbahn der Gefühle, die jeder kennt“, so darzustellen, „dass man noch darüber lachen kann“, war die Intention des Regisseurs Ansgar Wilk. Mit den drei glänzend und temperamentvoll agierenden Schauspielerinnen und ihren schlagkräftigen Argumenten ist die erfrischende Inszenierung treffend gelungen.

Bereits am kommenden Wochenende, Samstag, 10. Oktober, und Sonntag, 11. Oktober, jeweils um 17 und 20 Uhr, finden die nächsten Vorstellungen von „Honigmond“ statt. Karten gibt es unter 0 81 31/32 64 00 oder mail@hoftheater-bergkirchen.de.

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