Betriebsgelände der Glockenbrot Bäckerei.
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Das Gada-Gewerbegebiet, auf dem unter anderem die Glockenbrot Bäckerei (Bild) angesiedelt ist, beschert der Gemeinde Bergkirchen jedes Jahr Millionen an Gewerbesteuer.

Gemeinde bekommt Folgen der Pandemie kaum zu spüren

Bergkirchen: Finanzstark dank Gewerbesteuern

Bergkirchen bleibt eine finanzstarke Gemeinde und wird auch heuer kräftig investieren: Der Bergkirchner Gemeinderat hat den Haushalt 2021 in der jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedet, nachdem zuvor im Gremium im Detail mehrfach darüber beraten worden war.

Der Haushalt 2021 schließt mit einem Gesamtvolumen von 29,632 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt 23,449 Millionen und Vermögenshaushalt 6,183 Millionen) und nähert sich trotz der negativen Auswirkungen durch die Pandemie dem Volumen des Rekordhaushalts vom Vorjahr mit 32,288 Millionen Euro. Für Bürgermeister Robert Axtner war es der erste Haushalt in seiner Amtszeit. Er bedankte sich bei Kämmerer Alto Weigl für „das umfangreiche 40-seitige Werk“ sowie bei Verwaltung und Gemeinderat.

Im Rückblick auf das Jahr 2020 werden im Rechenschaftsbericht unter anderem als Folgen der Pandemie in den Monaten März und April 2020 der deutliche Einbruch bei den Einnahmen aus Gewerbesteuern und der Einkommensteuerbeteiligung angeführt. Allerdings sei bereits im Juni 2020 ein rasanter Anstieg der Realsteuern zu verzeichnen gewesen, maßgeblich zurückzuführen auf einzelne große Gewerbetreibende, mit einer Rekordeinnahme an Gewerbesteuern in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro. So verzichtete die Gemeinde Bergkirchen als einzige Kommune im Landkreis Dachau auf staatliche Ersatzleistungen aufgrund von Gewerbesteuerausfällen. Allerdings wird eingeräumt, dass es sich um Vorauszahlungen handelt und noch nicht sicher ist, ob diese Einnahmen des Jahres 2020 vollumfänglich in der Gemeinde verbleiben.

Die Einkommensteuer in Höhe von 6,2 Millionen Euro ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 300 000 Euro gesunken. In Anbetracht der ausgezeichneten Finanzkraft erhielt die Gemeinde im Jahr 2020 – analog zu den Vorjahren – keine Schlüsselzuweisung.

Aufgrund der Pandemie hat die Gemeinde Bergkirchen auf die bisherige zweijährige Anpassung der Kinderbetreuungsgebühren verzichtet. Dementsprechend ist der Fehlbetrag in der sozialen Sicherung im vergangenen Jahr gestiegen.

Für 2020 war eine Kreisumlage an den Landkreis in Höhe von 7,050 Millionen Euro zu zahlen (basierend auf der Finanzkraft von 14,644 Mio.). Die Höhe der Umlagen wird für 2021 in etwa gleich bleiben, während für 2022 schon 8,3 Millionen Euro angesetzt werden wegen des höheren Hebesatzes von 49. „Der vorliegende Haushalt 2021 ist genehmigungsfähig, gedeckt, geordnet finanziert und steht unverändert im Zeichen der in den Vorjahren begonnenen Baumaßnahmen“, so das Fazit der Verwaltung.

Weiter heißt es: „Die im Vorjahr angedachten Aufgaben zur Schaffung von Wohnraum und der damit verbundenen Generierung von Bauland konnten bislang nicht vollumfänglich umgesetzt werden. Da diese Mittel aus dem Haushalt 2020 für künftige Haushaltsjahre weiterhin zur Verfügung stehen, wird für deren Umsetzung augenblicklich das laufende Haushaltsjahr angestrebt.“ Es gehe vordergründig um Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für ortsansässige Mitbürger und damit schließlich um ortspolitisch prägende Maßnahmen.

Zur Finanzierung der Maßnahmen des Haushaltsjahres 2020 wird die Gemeindeverwaltung einen variablen Kredit in Höhe von voraussichtlich 1,8 Millionen Euro aufnehmen. Im Haushaltsplan 2020 waren ursprünglich 3,4 Millionen Euro vorgesehen. Die Aufnahme des Darlehns wird mit Legung der Jahresrechnung voraussichtlich im April 2021 erfolgen. Zusammen mit dem Haushalt 2021 ist auch der Investitions- und Finanzplan für 2021 bis 2024 einstimmig verabschiedet worden.

Das Schusswort hatte der langjährige Gemeinderat Thomas Heitmeier: „Wir haben gewissenhaft und mit Weitblick geplant.“ Robert Axtner als neuer Bürgermeister habe sich hervorragend eingearbeitet und die bisher erfolgreiche Arbeit in der Kommune fortgesetzt. Dank des Gada-Gewerbegebiets gebe es ein hohes Gewerbesteueraufkommen, und das zweite große Standbein sei die Einkommensteuer. Die Pflichtaufgaben, wie die Kinderbetreuung, würden weiterhin „schnell und gut erfüllt“. „Der Schuldenstand ist akzeptabel, und wir tilgen extrem schnell.“ Ein Bericht folgt. Ingrid Koch

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