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Das Bläserkreisorchester zeigte sich in neuem Outfit, links Leiterin Nicola Hahn.

40 jahre gemeinde bergkirchen

Hubert Huber ist allgegenwärtig

Es wurde ein Fest der Freude zum 40-jährigen Bestehen der Großgemeinde Bergkirchen. Nur ein leises Bedauern mischte sich in die Jubelstimmung: Schade, dass Hubert Huber das nicht miterleben konnte. 

Bergkirchen – Nach dem Motto „Mia san Bergkirchner“ hat die Großgemeinde Bergkirchen in Anwesenheit von Ehrengästen, ehemaligen Mitarbeitern und Gemeinderäten ihren 40. Geburtstag in der Sporthalle des SV Günding gefeiert. Gedacht wurde dabei auch des im vergangenen Dezember verstorbenen Altbürgermeisters und Ehrenbürgers Hubert Huber, der den Grundstein für die florierende Gemeinde gelegt hatte und „es genossen hätte, dabei zu sein“, wie sein Nachfolger im Amt, Simon Landmann, bei der Begrüßung sagte.

Zu den Ehrengästen von kirchlicher Seite gehörten Pfarrer Wolfgang Borm von St. Jakob in Dachau und der Bergkirchner Pfarrer Albert Hack. Bei der Feier galt der von Altbürgermeister Huber geprägte Satz: „Eingeladen ist eingeladen“, und damit war für die Anwesenden Essen und Trinken frei.

Der Zusammenschluss der ehemals sieben selbständigen Gemeinden erfolgte 1978 zwangsläufig im Zuge der Gebietsreform. Das Dorf Bergkirchen als Sitz der Verwaltung stieß ebenfalls auf Widerstand, und der erste Bürgermeister der neuen Gemeinde, Hubert Huber, setzte sich mit 1480 Stimmen nur knapp gegen den zweiten Kandidaten Michael Krotzer durch, der 1366 Stimmen erhielt. In seiner Amtszeit von 1978 bis 2002 setzte sich Huber mit Geschick, Ehrgeiz und großer Kraftanstrengung dafür ein, dass es aufwärts ging, angefangen von der zentralen Wasserversorgung über den Kanalbau bis zum Neubau eines großzügigen Schulgebäudes mit Dreifachturnhalle.

Für die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler, die in der Gemeinde aufgewachsen ist, war Hubert Huber immer schon Bürgermeister. Sie gratulierte Nachfolger Simon Landmann für die erfolgreiche Fortsetzung der Arbeit Hubers.

Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath hob besonders das umweltfreundliche Fernwärmeprojekt und die Steuerkraft Bergkirchens hervor, das seit 25 Jahren ohne Schlüsselzuweisungen auskomme.

Dass „Bergkirchen gut da steht“, begründete Landrat Stefan Löwl mit der „soliden, unaufgeregten und kompetenten“ Vorgehensweise. Die Kommune sei „in sich geschlossen“: großes Gewerbegebiet, Natur vor der Haustür, Erholungsgebiet wie der Eisolzrieder See und traditionelles Leben in den Ortschaften. „Weil Geld da ist“, überreichte er einen Gutschein für einen im Herbst zu pflanzemden Walnussbaum.

Landmann merkte mit einem Augenzwinkern an, seit den Ausgrabungen in Gada sei bekannt, dass Bergkirchen schon in vorchristlicher Zeit „leicht vermögend“ gewesen sei, bevor er die Errungenschaften der vergangenen 40 Jahre aufzählte. Während es zu Beginn ein gutes Dutzend Mitarbeiter gab, beschäftigt die Gemeinde selbst heute 143 Mitarbeiter. 4200 Arbeits- und 120 Ausbildungsplätze sind in der Kommune vorhanden. Über 70 Vereine bereichern das gesellschaftliche Leben im sportlichen, kulturellen und sozialen Bereich. Landmann richtete seinen Dank an die Mitarbeiter, den Gemeinderat und alle Bürger, die sich einbringen und speziell an die Steuerzahler, „damit die Gelder weiter fließen“.

Bis zum Ende der Amtsperiode von Bürgermeister und Gemeinderat in zwei Jahren sollen noch einige große Baumaßnahmen und Projekte umgesetzt werden. Der Dank des Gemeindechefs galt unter anderem dem Hausherrn, dem SV Günding mit dem Vorsitzenden Heiko Krüger und seinem Team, sowie Magdalena Dahmen aus Palsweis für den üppigen Blumenschmuck.

Den musikalischen Teil gestalteten im Wechsel mit schwungvollen Melodien die Amper-Musikanten Bergkirchen mit Kapellmeister Günther Wellmann und das Bläserkreis-Orchester unter der Leitung von Nicola Hahn, das sich im neuen Outfit präsentierte und in dem erstmals Schüler der Bläserklasse der Schule mitspielten.

Volkstanzeinlagen und der Gstanzlsänger Walter Vasold aus Freising rundeten das Programm ab. Er hatte sich gut informiert, wusste von den „legendären Predigten“ des Pfarrers und nahm den Gemeinderat aufs Korn: Der Banker zählt das Geld, dem Landwirt ist die Milchtankstelle wichtig, einer wartet wegen des Skihangs immer auf den Winter, der andere hat nicht einmal einen Computer, und wenn etwas schiefläuft, muss der „Spangler“ alles „wieder hinbiegen“. Doch alle überstrahlt „die schöne zweite Bürgermeisterin“ – und der erste Bürgermeister muss noch lernen, dass er unaufgefordert dem durstigen Künstler eine frische Halbe auf die Bühne trägt.

ink

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