Die Chemie stimmt: Janet Bens als Emmi und Paul T. Grasshoff als Leo.
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Die Chemie stimmt: Janet Bens als Emmi und Paul T. Grasshoff als Leo.

Hoftheater Bergkirchen

Bestsellerproben in Berlin und Bergkirchen

Das Hoftheater Bergkirchen spielt aktuell ein Stück nach einem Bestseller: Das Publikum feierte die Premiere von „Gut gegen Nordwind“ frenetisch.

Bergkirchen – Das Hoftheater Bergkirchen will neue Wege gehen, um neues Publikum zu gewinnen. Der Anfang ist gemacht, wenn wie in dem neuen Stück Berlin auf Bergkirchen trifft. Mit dem Theaterstück „Gut gegen Nordwind“ nach dem Bestsellerroman von Daniel Glattauer hat das Hoftheater eine glanzvolle Premiere gefeiert. 

„Die zauberhafteste, bittersüßeste, komischste Liebesgeschichte, seit E-Mails geschrieben werden“, ist unterhaltsam, heiter und traurig zugleich. Sie wurde in kurzer Szenenfolge spannend und ideenreich von der Berliner Schauspielerin und Regisseurin Caroline Scholze in der Bühnenfassung und Ausstattung von Paula Leonore Grasshoff inszeniert.

Zu erleben ist die aus Berlin stammende Janet Bens, die seit 2005 als Schauspielerin und Sängerin zum Hoftheater-Ensemble gehört. Sie spielt die quirlige, charmante und fordernde Emmi, „die genauso schnell schreibt wie sie spricht“. Ihr Partner ist der Berliner Schauspieler Paul T. Grasshoff, der Fernsehzuschauern aus „Soko Leipzig“ oder „In aller Freundschaft“ bekannt ist. Er gibt sich zunächst lässig und cool in dem an Pointen reichen Dialog und Schlagabtausch mit Emmi, die ihn immer mehr in ihren Bann zieht.

Die Zuschauer haben ihre Freude und viel zu lachen. Dass die Chemie zwischen den beiden Darstellern, die alles geben, stimmt, ist sofort zu spüren. Geprobt wurde wochenlang abwechselnd in Berlin und Bergkirchen. Realisiert werden konnte die aufwendige Produktion durch die Unterstützung des Hoftheater-Freundeskreises.

Eine falsch abgesendete E-Mail bildet den Auftakt für eine „E-Mail-Beziehung“, die allmählich außer Kontrolle gerät. Bei Sprachprofessor Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. An ihrem Schreibstil erkennt er: „Sie schreiben jünger als Sie sind. Sie sind gut 40 Jahre alt und haben Schuhgröße 37“. Nach anfänglichem Geplänkel über Alltäglichkeiten entwickeln sich Zuneigung und eine immer intimere Freundschaft. Leos E-Mails sind gut gegen den Nordwind, der Emmi nicht schlafen lässt. Sie hat Familie und ist verheiratet mit Bernhard, der ihr Freiheiten lässt, während Leo gerade erst seine Beziehung zu Marlene beendet hat.

Das Wirrwarr der Gefühle offenbart sich in den nächtlichen Szenen, in denen sich Emmi und Leo so nahe sind, und Emmi gesteht: „Ich mag Sie, sogar sehr“. Leo fleht: „Schreiben Sie mir, Emmi, schreiben ist wie küssen“. Die Versuchung eines persönlichen Treffens steigt, um sich in die Augen zu sehen und herauszufinden, wie sich die Beziehung mit einer verheirateten Frau entwickeln könnte.

Doch Leo distanziert sich, nachdem Bernhard Rothner ihm mitteilt, dass er den E-Mail-Austausch von Leo und seiner Frau kennt. Ohne Emmi gegenüber etwas von diesem Vorfall zu erwähnen, informiert er sie, dass er eine Universitätsstelle in Boston angenommen habe und er sich wünsche, eine Frau „auf normalem Wege“ kennenzulernen. Durch eine automatisch generierte Mail erfährt sie ferner, dass diese E-Mail-Adresse nicht mehr existiert und Nachrichten an diese gelöscht werden.

Janet Bens und Paul T. Grasshoff sind vom Publikum bei der Premiere mit frenetischem Beifall für ihre mitreißende, zauberhafte Darstellung in dem Spannungsfeld von Sehnsüchten und Alltag gefeiert worden.

Die nächsten Aufführungen stehen am Samstag, 21. Mai, um 17 und 20 Uhr sowie Sonntag, 22. Mai, 17 Uhr auf dem Spielplan. Karten zu 20 Euro (18 Euro Senioren, 14 Euro ermäßigt) gibt es unter 0 81 31/32 64 00 oder mail@ hoftheater-bergkirchen.de.

Ingrid Koch

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