Ränkespiel: Ansgar Wilk und Julia Rieblinger.
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Ränkespiel: Ansgar Wilk und Julia Rieblinger.

Hoftheater Bergkirchen führt Nestroy-Posse „Der Zerrissene“ vor handverlesenem Publikum auf

Mit einem lauen Sommerabend auf der Freilichtbühne in Lauterbach wurde es wetterbedingt nichts, aber die Halle mit der großen Bühne hat auch ihre Vorteile, um den Theatersommer 2021 „Servus Bergkirchen“ zu genießen.

Bergkirchen - Bürgermeister Robert Axtner unterstützt wie sein Vorgänger Simon Landmann unter anderem die Bühne dadurch, dass er Karten für mehrere Vorstellungen kauft, um Bürger, die ein Ehrenamt ausüben, einzuladen, aber auch die eigenen Mitarbeiter und Gemeinderäte.

Nun begrüßte Axtner als Kollegen zum ersten Mal in seiner Amtszeit mehrere Landkreis-Bürgermeister, MdL Bernhard Seidenath, Verbandsräte des Wasserzweckverbands sowie die Teams aller Bergkirchner Kinderbetreuungseinrichtungen samt Mittagsbetreuung und Offener Ganztagsschule.

Bürgermeister und ehrenamtlich Engagierte waren von der Gemeinde in Lauterbach eingeladen.

Mit der Nestroy-Posse „Der Zerrissene“, bearbeitet und aufwändig inszeniert von Herbert Müller, hat das Theater bei den Gästen für beste Unterhaltung gesorgt. Das Publikum amüsierte sich köstlich über das Ränkespiel auf der Bühne um Geld und Hochzeit. Die Schauspieler hatten so viel Spaß auf der Bühne, dass der Funke gleich aufs Publikum übersprang.   

Es wurde getanzt, gesungen und gekämpft um eine treulose Frau, wundervoll gespielt von Julia Rieblinger als die habgierige Witwe Madame Schleyer, für die Ulrike Beckers ein prächtiges Gewand geschneidert hat. In der Hauptrolle des zerrissenen, gelangweilten Kapitalisten Herrn von Lips bestach Ansgar Wilk, der sich verausgabte und alles gab. Ständig war er in Bewegung, sangt, tanzte und sprang, um der Figur in ihrer Gespaltenheit Ausdruck zu verleihen.

Und Regisseur Herbert Müller übernimmt nicht nur drei Rollen in der rasanten Posse, in der arme Teufel auf Wohlstand treffen, sondern er hat in seine Textbearbeitung Seitenhiebe auf die Politik und leere Wahlkampfversprechen für die anstehende Bundestagswahl mit einfließen lassen.

Mit Blick auf volle Stadien beklagte Ansgar Wilk in einem Couplet, dass es im Leben immer nur ums Geld geht, „und so stirbt sie aus, unsere schöne Kultur“. Aber noch ist sie zum Glück präsent: Das hochkarätig besetzte Hummel-Quintett mit der musikalischen Leiterin Petra Morper (Klavier), Susanna Morper (Violine), Eugen Tluck (Viola), Michelle Keller (Violoncello) und Martin Ziegenaus (Kontrabass) mit Kompositionen des Wiener Biedermeier erhöhte den Kunstgenuss. Mit donnerndem Applaus bedankten sich die Zuhörer für einen vergnügten Abend mit einigen nachdenklichen Momenten. INGRID KOCH

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